Die Beschäftigten des Staatstheaters unterstreichen ihre Tarifforderungen mit Protest. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Verdi im Land ruft erstmals in dieser Tarifrunde der Länder zum Warnstreik auf – am Staatstheater in Stuttgart. Die Aktion könnte sich auf die Abendvorstellung auswirken.

In der Tarifrunde des öffentlichen Dienstes der Länder inszeniert die Gewerkschaft Verdi an diesem Montag ihren ersten Warnstreik in Stuttgart: Seit Beginn der Frühschicht um sechs Uhr sind die Beschäftigten beim Staatstheater Stuttgart zur ganztägigen Arbeitsniederlegung aufgerufen. Verdi rechnet auch mit Einschränkungen im Abendprogramm.

 

Nicht der erste Protest im Dezember

Als Anlass wird der ergebnislose Verhandlungsauftakt am 3. Dezember in Berlin mit der Arbeitgebergemeinschaft der Länder (TdL) genommen. Rund die Hälfte der Beschäftigten im Staatstheater fällt nach Gewerkschaftsangaben unter den Tarifvertrag im öffentlichen Dienst der Länder.

„1400 Beschäftigte machen mit ihrer täglichen Arbeit das größte Dreisparten-Haus Europas zu dem, was es ist: ein Fixstern der Kultur für Stadt und Land“, so die Landesbezirksleiterin Maike Schollenberger. Gemeinsam mit ihrem Arbeitgeber hätten sie in den letzten Tagen mit beeindruckender Energie und Kreativität für ihr Staatstheater demonstriert – ein Verweis zum Beispiel auf die Proteste gegen städtische Sparvorgaben am vorigen Mittwoch im Rathaus oder wenige Tage zuvor im Schauspielhaus. „Heute streiken sie für sich selbst“, so Schollenberger. Die Forderungen der Beschäftigten seien „nicht astronomisch“.

Sieben Prozent mehr gefordert

In der Tarif- und Besoldungsrunde der Länder fordern die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes sieben Prozent mehr Gehalt im Monat – mindestens aber 300 Euro zusätzlich, um die unteren Lohngruppen zu stärken. Für Nachwuchskräfte sollen die Vergütungen um 200 Euro pro Monat steigen. Weitere Verhandlungsrunden sind am 15./16. Januar und 11./12. Februar geplant.

In Baden-Württemberg gibt laut dem Statistischen Landesamt insgesamt gut 110 000 direkt von den Tarifverhandlungen betroffene Angestellte und 194 000 indirekt betroffene Beamte.