Im Tarifstreit bei den Unikliniken ist eine Einigung erzielt worden. Foto: dpa

Der Tarifkonflikt der Unikliniken im Südwesten ist beigelegt: Die Tarifkommission von Verdi stimmte einstimmig für das mit den Arbeitgebern in dritter Runde ausgehandelte Ergebnis.

Der Tarifkonflikt der Unikliniken im Südwesten ist beigelegt: Die Tarifkommission von Verdi stimmte einstimmig für das mit den Arbeitgebern in dritter Runde ausgehandelte Ergebnis.

Stuttgart - Durchbruch im Tarifkonflikt der Unikliniken: Arbeitgeber und die Gewerkschaft Verdi einigten sich am Dienstag in Stuttgart auf eine am Tarifabschluss im öffentlichen Dienst orientierte Lösung. Nach den Arbeitgebern und der Verhandlungskommission von Verdi stimmte auch deren Tarifkommission für die neue Tarif-Regelung für die 25.000 nicht-ärztlichen Beschäftigten. Die vier Krankenhäuser in Ulm, Freiburg, Tübingen und Heidelberg verfügen über rund 6300 Betten.

Mit dem Kompromiss ist die von Verdi ursprünglich geplante Urabstimmung über einen unbefristeten Streik vom Tisch. „Der Warnstreik und die Vorbereitung von Urabstimmung und Erzwingungsstreik haben sich gelohnt“, sagte Verdi-Verhandlungsführer Günter Busch.

Die Tarifparteien haben eine Erhöhung der Einkommen - nach einem Leermonat - vom 1. Mai an um drei Prozent oder mindestens 90 Euro im Monat vereinbart. Am 1. April nächsten Jahres kommt ein Plus von 2,4 Prozent obendrauf. Die Laufzeit beträgt 25 Monate bis 30. April 2016, einen Monat länger als für die Beschäftigten des Bundes und der Kommunen. Für alle Beschäftigten wurden 30 Urlaubstage festgelegt, für die Auszubildenden 28 Tage. Desweiteren wird der Fortbildungstag für alle Verdi-Mitglieder in einen freien Tag umgewandelt.

Die Gewerkschaft hatte ursprünglich für die Krankenschwestern, Pfleger und Laboranten einen Sockelbetrag von 120 Euro und zusätzlich drei Prozent mehr Lohn für zwölf Monate gefordert.

Die Arbeitgeber sprachen von einem „schwierigen Kompromiss“ in „sehr schwieriger“ wirtschaftlicher Lage der Kliniken. Positiv bewerteten sie, dass den Patienten und Beschäftigten ein Arbeitskampf erspart geblieben sei. Nach den Worten der Verhandlungsführerin und kaufmännischen Direktorin des Tübinger Uniklinikums, Gabriele Sonntag, stehen die Kliniken nach dem Abschluss unter hohem finanziellem Druck. Denn die von den Krankenkassen bezahlten Preise deckten die gestiegenen Personalkosten bei weitem nicht ab. Schon die bislang bezahlten Gehälter lägen fünf Prozent über denen kommunaler Krankenhäuser - bei gleichen Preisen für die erbrachten Leistungen.

Bei den Arbeitgebern müssen bis 24. Mai noch die Vorstände und Aufsichtsräte der Kliniken zustimmen. Die Arbeitnehmer haben bis zum 20. Mai in einer Mitgliederbefragung die Möglichkeit, sich zu dem Ergebnis der Verhandlungen zu positionieren.

Die Ärzte an Universitätskliniken fallen als Landesbeschäftigte unter die Tarifbestimmungen des Landes.

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