Die Fellbacherin Nicole Geller und ihr Tanzpartner Erik Dabergott zeigen bei den German Open Championships in der Liederhalle gute Leistungen.
Für Nicole Geller und ihren Partner Erik Dabergott war in der vergangenen Woche wieder einmal so etwas wie ein Heimspiel angesagt. Die 19 Jahre alte Spitzentänzerin aus Fellbach und der drei Jahre ältere Rostocker, der vor vier Jahren des Studiums wegen nach Stuttgart gekommen war, waren zum fünften Mal bei den German Open Championships (GOC) in der Liederhalle und der Alten Reithalle am Start. Mit rund 1600 Paaren aus mehr als 50 Nationen ist dies das zweitgrößte Tanzturnier der Welt.
Platz 105 und 184 gestarteten Tanzpaaren
Das Duo ging aufgrund gleichzeitiger Uni-Verpflichtungen von Nicole Geller diesmal nur in einem Wettbewerb an den Start, aber diese Kategorie hatte es in sich: Für den so genannten „Grand Slam Standard Adult“ hatten insgesamt 184 Paare gemeldet, darunter 45 der 50 besten Duos der Welt. Für die ehemalige Schülerin des Schmidener Gustav-Stresemann-Gymnasiums und den Mecklenburger, die als Tanzpaar in der Weltrangliste den 164. Platz belegen, war erwartungsgemäß schon nach der zweiten von insgesamt sechs Runden Endstation. In der Gesamtwertung reichte es damit zum 105. Rang. „Natürlich hätten wir uns gefreut, wenn es noch eine Runde weiter gegangen wäre, aber wir sind mit unserer gezeigten Leistung sehr zufrieden. Die Rückmeldungen von Familie, Freunden und Vereinskollegen im Publikum waren alle sehr positiv“, sagt Nicole Geller, die für das Tanzsportzentrum (TSZ) Feuerbach startet und von Julia Niemann, ehemalige Vize-Europameisterin und Weltmeisterschaftsfinalistin bei den Profis, trainiert wird. Auch sie war mit den Darbietungen des Duos absolut zufrieden.
Auf Studium und Beruf nicht verzichten
Die junge Fellbacherin und ihr Partner verdienen ihr Geld derweil noch nicht ausschließlich mit dem Tanzen. Die acht bis zwölf Stunden Training in der Woche werden neben dem Studium – Nicole Geller studiert Architektur – respektive der Arbeit – Erik Dabergott arbeitet bei einer Bank im Controlling – absolviert. „Selbst wenn wir Profis wären, würden wir darauf nicht verzichten wollen, weil es eine ebenso große Leidenschaft wie das Tanzen ist“, sagt Nicole Geller.
Bei Weltranglistenturnieren überzeugt
In den vergangenen Monaten haben die beiden sportlich hart gearbeitet, was die guten Ergebnisse beweisen: So belegte das Duo bei internationalen Weltranglistenturnieren der Kategorie „Rising Stars“, bei denen die Top 50 in der Welt nicht startberechtigt sind, zweimal den elften Rang (Frankfurt/Main und Warschau) und wurden in Wuppertal überdies Zehnte.
Auch weiterhin intensives Training
Das Ziel für die deutsche Meisterschaft im Standard (Langsamer Walzer, Tango, Wiener Walzer, Slowfox, Quickstep) Ende November in Dresden ist deshalb auch das Erreichen des Halbfinales – trotz starker Konkurrenz von diversen Profipaaren. Bei den baden-württembergischen Titelkämpfen am 27. September in Heilbronn gehören Geller/Dabergott sogar zum engeren Favoritenkreis. „Wir haben monatelang fast täglich trainiert und an uns gearbeitet, sodass wir uns insgesamt sehr verbessert haben“, sagt Nicole Geller. An diesem intensiven Training wird sich auch in Zukunft nicht viel ändern – trotz der anstehenden Zwischenprüfungen an der Universität in Stuttgart. „Ich fokussiere mich voll auf die Meisterschaften“, sagt die Fellbacher Spitzentänzerin.