Was sagen die Profis zur Entwicklung im Tanzsport? Die Antworten gibt es hier, zusammen mit Bildern von den German Open Championships 2008. Foto: Baumann

German Open Championships: Die Entwicklung zu mehr Athletik im Tanzen hat auch Schattenseiten.

Stuttgart - Einen Hochzeitswalzer schieben kann fast jeder, aber die gleichen Schrittmuster bei einem Turnier wie den German-Open-Championships (17. bis 21. August) in Stuttgart aufs Parkett zu zaubern ist eine ganz andere Sache. In den vergangenen Jahren hat sich der Tanzsport gravierend weiterentwickelt.

Mit den Darbietungen, mit denen das Rastatter Lateinpaar Ralf Müller und Olga Müller-Omeltchenko von 1998 bis 2000 dreimal hintereinander die WM-Kür-Latein der Profis gewann, würden die beiden heute wohl nicht einmal ins Finale kommen. Tanzen ist dynamischer geworden, die Paare athletischer. Die Erfolge sprechen für sich. "Wir sind Weltmeister im Standardtanz, in den Formationstänzen führen wir international. Bei den Senioren haben wir enorme Zuwächse zu verzeichnen", sagt Michael Eichert, Bundessportwart des Deutschen Tanzsportverbandes (DTV).

Allerdings ging diese Entwicklung auch zulasten der Eleganz. Tänzer müssen heute ein hartes Fitnessprogramm absolvieren, wenn sie konkurrenzfähig sein wollen. Manche Liebhaber des Tanzes sehen dies mit gemischten Gefühlen - einerseits bewundern sie die Leistung der Tanzsportler. Andererseits bemängeln sie den Verlust an Ästhetik und Individualität. Ist auf dem Weg zum Hochleistungssport die einfache Lust an der schönen und leichten Bewegung zur Musik auf der Strecke geblieben? Dazu gibt es geteilte Meinungen, wie eine Umfrage unter Profis aus anderen Bereichen des Tanzes zu Kollegen des Standard- und Lateinfaches zeigt.

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