Illustre Runde (von links): Teflon Fonfara, Jazzy Gabert, Moderator Steffen Volkmer und Johannes Held. Foto: Haar

Beim Night-Talk im Blauen Haus in Böblingen präsentierte Moderator Steffen Volkmer wieder eine bunte Mischung an Gästen und Themen.

Nach mehr als zwei Jahren gab es am Montag im Blauen Haus in Böblingen wieder einen Night-Talk. Das beliebte Gesprächsformat von Steffen Volkmer war von der Corona-Pandemie ebenso ausgebremst worden wie sämtliche anderen kulturellen Veranstaltungen. Und so witzelte der Moderator auch zu Beginn der Show: „Ich weiß gar nicht, ob ich noch so viel reden kann . . .“ Natürlich konnte er, und führte mit gewohnten Witz durch ein buntes, zweistündiges Abendprogramm.

 

Wie immer hatte sich der Talker drei Gäste aus unterschiedlichen Bereichen eingeladen. Den Auftakt machte Jazzy Gabert aus Bisingen. Sie ist Deutschlands bekannteste Wrestlerin und berichtete von ihrer Passion für das „Sports Entertainment“, wie viele Entbehrungen sie für das Wrestling hinnehmen musste, wie ein Engagement in den USA zu einer Enttäuschung wurde und wie sie in Deutschland mit ihrer eigenen Show neu anfing. Auch sprachen Volkmer und Gabert über die Angst von Männern vor starken Frauen, Gaberts Verbindung zu Udo Lindenberg und darüber, wie sie mit ihren Erfahrungen Frauen und Mädchen hilft, zu einem selbstbestimmten Leben zu finden.

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Als zweiten Gast hatte Steffen Volkmer den Bariton-Sänger Johannes Held auf dem Podium. Der Musiker stammt aus Maichingen, lebt inzwischen in Berlin und hat das erfolgreiche Sindelfinger Kunstlied-Festival „Der Zwerg“ auf die Beine gestellt. Zwischen Held und Volkmer entspann sich ein unterhaltsames Gespräch über die Karriere des Sängers, die Vorteile und Nachteile, wenn man – wie Held – kein festes Mitglied eines Ensembles ist, und was der Sänger während der Corona-Zwangspause gemacht hat. Held erzählte, dass er – zu seinem eigenen Erstaunen – unter anderem mit Streaming-Darbietungen sehr gute Erfahrungen gemacht habe. Volkmer, dessen Show zum Teil mit an die Wand gestrahlten Fotos illustriert wird, zeigte auch ein Bild von Held mit freiem Oberkörper und Tattoos, in Streetfighter-Pose. „Das war für eine Aufführung von ‚Carmen‘“, erzählte Held belustigt und gab einige Anekdoten zum Besten, wie er mit den künstlichen Tattoos Familie und Freunde schockte. Schließlich stellte sich der Sänger selbst ans Mikrofon und bot zusammen mit der Band Blue Infinity, die den Abend musikalisch begleitete, den „Mackie Messer“-Song aus der „Dreigroschen-Oper“ dar. Zum „Zwerg“ hatte Held auch noch eine Ankündigung zu machen – das Event feiert 2022 sein zehnjähriges Bestehen und findet vom 28. Juli bis 4. August statt. „Es wird dieses Mal größer“, erklärt Held, „wird an mehreren Orten in der Stadt stattfinden“, und zum Jubiläum als „Liedfestival Sindelfingen“ einen neuen Namen bekommen, „den man nicht immer wieder neu erklären muss“, wie Held sagt.

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Den Abschluss des Abends bestritt Volkmer mit dem Stuttgarter Musiker, Schauspieler, Autor und Comedian Teflon Fonfara. Die von ihm erfundenen schwäbischen Kultfiguren und Hefezopf-Liebhaberinnen Frau Kächele und Frau Peters begeisterten von 1986 bis 1996 in über 800 schrägen Episoden die Hörer des SDR. Die Karriere von Fonfara, der kurzzeitig einen Sargverleih aufmachte, bei der Musikrevolution der NDW mitmischte, in den USA Gitarre spielte und aktuell kleine Musikvideos fürs Internet produziert, gaben dem bestens besuchten Abend ein schillerndes Finale.

Den Night-Talk gibt es im Blauen Haus wieder im Oktober, im Mai wird Steffen Volkmer im „Buchsalat mit Wortdressing“ den Autor Christof Leim zu einem Gespräch mit Lesung empfangen und zudem moderiert er weiter seine „Comics und Bier“-Shows.