Luca Mack zählt zu den Talenten beim VfB, die besonders weit in ihrer Entwicklung sind. Foto: Pressefoto Baumann

VfB-Talent Luca Mack ist einer von zwei clubeigenen Nachwuchsspielern, die aktuell Chancen haben, es in den finalen Kader zu schaffen. Trainer Tim Walter setzt auf den Blondschopf – aus Gründen.

Stuttgart/St. Gallen - „Wir werden schauen, wie sie sich präsentieren und dann entscheiden, wer mitfährt“, sagte Trainer Tim Walter im ersten Trainingslager in Kitzbühel, angesprochen auf die fünf Talente Sebastian Hornung, Antonis Aidonis, Leon Dajaku, David Grözinger und Luca Mack. Nur zwei davon schafften den „Cut“. Hornung und Aidonis, deren Zeit auch angesichts der großen Konkurrenz auf ihren Positionen noch nicht reif ist, wurden zur U 21 abkommandiert. Bei Dajaku wurde Walter die Entscheidung von einer Knöchelverletzung abgenommen, die sich Dajaku beim Testspiel am Abend vor der Abreise nach St. Gallen zugezogen hatte.

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Grözinger und Mack sind beide noch dabei. Denn beide präsentieren sich absolut auf Augenhöhe mit ihren Konkurrenten. Grözinger liegt auf der Linksverteidigerposition im Kampf mit Emiliano Insua und Borna Sosa zumindest gleichauf. Mack dagegen hat deutlich mehr Konkurrenten – weil er auf mehreren Positionen spielen kann. In der Jugend für das zentrale Mittelfeld auf der sogenannten Sechserposition ausgebildet, besticht Mack durch Spielübersicht, Ruhe am Ball, beidfüßig starkes Passspiel. So sehr, dass ihn sein Trainer Nico Willig in der letzten Saison in der U 19 zu seinem „Quarterback“ gemacht hat. Mack agierte meist in einer Abwehr-Dreierkette als freier Mann, der das Spiel steuerte, verlagerte, aufzog. Mal vor, mal hinter den beiden Abräumern, die ihm Willig zur Seite stellte. Dass die Mannschaft im Meisterschaftsendspiel stand und den DFB-Pokal holte, war auch Macks Verdienst, dem Kapitän dieses so starken Jahrgangs.

Polyvalenz als Trumpf

Unter Tim Walter spielte Mack bisher als klassischer Innenverteidiger in einer Viererkette auf der linken Position. Bei Bedarf verschob der Trainer ihn aber auch ins Mittelfeld, auch einmal auf die Halbposition – Mack erledigte auch diesen Job solide. Sportdirektor Sven Mislintat sieht in ihm gar eine mögliche Option als Backup-Lösung für den als Rechtsverteidiger gesetzten Pascal Stenzel. „Luca kann das spielen, da habe ich gar keine Sorge“, so Mislintat, der die Polyvalenz von Mack als dessen „großen Trumpf“ sieht. „Im System von Tim Walter, mit den sich ständig ändernden Rollen, kommt es ihm eher zugute, dass er keine absolut feste Position hat.“

Mack widerlegt bisher viele Beobachter und Experten

Viele Experten und regelmäßige Beobachter der Stuttgarter Jugendarbeit haben dem Sohn des Hoffenheimer Nachwuchsleiters Dirk Mack diesen Sprung nicht zugetraut. Zu langsam, zu zweikampfschwach, zu wenig spezialisiert sei Mack, um es nach ganz oben zu packen, urteilten sie. Bisher widerlegt er diese Urteile Tag für Tag in den Einheiten und Testspielen der Vorbereitung.

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Mack ist das Paradebeispiel für das, was die sportlichen Entscheider Mislintat und Thomas Hitzlsperger vor wenigen Wochen ankündigten: Die eigenen Talente sollen künftig eine größere Wertschätzung erfahren. Nah am Kader sein, Druck auf die Etablierten machen, die Leistungskultur mit anheizen. Die Chance, es in den finalen Kader zu packen, wurde von ihnen und Walter geschaffen. „Die Tür ist sperrangelweit offen. Aber durchgehen müssen sie schon selbst“, sagt Mislintat. Mack hat bereits einen Fuß auf der Schwelle.

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