Blogger Jonas Bischofberger analysiert die Partien des VfB Stuttgart. Foto: Shutterstock/STZN

Taktikblogger Jonas Bischofberger analysiert die VfB-Partie gegen Heidenheim und erklärt, warum der Heidenheimer Pressingansatz im Spiel am Stuttgarter Mittelfeld zerschellt ist.

Heidenheim - Frank Schmidts konter- und pressingstarke Heidenheimer erwiesen sich als erwartet schwerer Prüfstein für den neu aufstellten VfB. Die Anfangsphase gestaltete die Mannschaft von Hannes Wolf jedoch überraschend dominant.

– Heidenheims Pressingansatz zerschellt an Stuttgarts Überzahl im Mittelfeld

– VfB behält nach dem Ausgleich die Ruhe

– Heidenheim mit druckvoller Schlussphase gegen suboptimales VfB-4-4-2

Ungewohnte Pressingschwächen bei Heidenheim

Die Mannschaft von Frank Schmidt startete mit einer für ihre Verhältnisse recht gemäßigten Ausrichtung in die Partie. Sie reihten sich in einem 4-4-2 auf und versuchten, etwa ab Höhe des Mittelkreises Druck zu machen. Einer der beiden Stürmer ließ sich dabei immer etwas fallen und kümmerte sich um Grgic. Der übrige Angreifer lenkte das Aufbauspiel des VfB zur Seite. Im Anschluss schob Heidenheim kollektiv weit hinterher und versuchte, am Flügel den Ball zu erobern.

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Das funktionierte allerdings überhaupt nicht. Der VfB befreite sich aus dieser Umklammerung geschickt und konnte Ballverluste überwiegend vermeiden. Wichtig dafür war vor allem das exzellente Bewegungsspiel von Grgic, der immer wieder Passwege zurück zu den Innenverteidigern öffnen oder sich selbst freilaufen konnte. Löste sich der VfB dann vom Flügel, war wegen Heidenheims massivem Verschieben auf der anderen Seite direkt eine Menge Raum offen. Mehrmals konnten deshalb Grgic, Kaminski oder Insua anschließend in die gegnerische Formation hineindribbeln.

Heidenheim entwickelte auf diese Verlagerung keinen Zugriff, weil die Sechser sich sehr eng an Gentner und Asano orientierten. Die beiden Achter des VfB rückten erneut weit auf und drückten ihre Gegenspieler nach hinten, was wiederum Raum für die Kollegen schuf. Generell machte den Heidenheimern die 2-gegen-3-Unterzahl im Mittelfeldzentrum gegen Stuttgarts 4-1-4-1 zu schaffen. Hier waren sie fürs Erste einen Tick zu starr organisiert, um das ausgleichen zu können.

Stuttgart behält die Ruhe, aber nicht bis zum Schluss

Dementsprechend dominant gestaltete der VfB die ersten rund 30 Minuten, ließ den Ball gut laufen, und kam immer wieder mal gefährlich nach vorn. Nach dem durchaus verdienten 1:0 mussten die Gäste die Spielkontrolle allerdings Stück für Stück aufgeben. Das lag weniger am VfB selbst, sondern vor allem an den Heidenheimern, die nun immer häufiger ins Angriffspressing übergingen und bis auf Torwart Langerak durchschoben. Nun lauerte der VfB eher auf Konter, während Heidenheim mehr Personal nach vorne brachte und für die eine oder andere brenzlige Situation im Stuttgarter Spielaufbau sorgte.

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Nach der Pause war wichtig, dass der VfB sich von der aufkommenden Hektik nicht anstecken ließ. Das Bemühen der Stuttgarter, die Kontrolle über das Spiel zu behalten, war klar zu erkennen, auch wenn gegen das geschmeidige und intensive Heidenheimer Pressing auch mal ein Ball verloren ging. So konnte man die eine oder andere Lücke hinter den aggressiv aufrückenden Sechsern und Außenverteidigern ausnutzen – dem Traumtor von Brekalo etwa ging ein sauber aufgezogener Ballbesitzangriff voraus.

Es stellte sich jedoch heraus, dass das 4-4-2, auf das Wolf schon vor dem 2:1 umgestellt hatte, nicht optimal abgestimmt war. Die Raumaufteilung schien nicht mehr so klar wie zuvor im 4-1-4-1. Zudem erhöhte Heidenheim in der letzten Viertelstunde noch einmal das Risiko, rückte mit noch mehr Spielern auf und bolzte lange Bälle. Das sorgte für ordentlich Gefahr, auch weil die VfB-Innenverteidiger in der Luft nicht überragend sind. Mit einer guten Portion Glück überstand der VfB jedoch die letzte Druckphase der Heidenheimer und setzt damit seine Siegesserie fort.

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VfB Stuttgart - 2. Bundesliga

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