Michael Mronz und Guido Westerwelle Foto: dpa

Der Außenminister und seine Begleiter müssen noch viel lernen, sagt Markus Grabitz.

Möglicherweise wird Guido Westerwelle ja der Nachweis gelingen, dass er es bei der Auswahl seiner zahlreichen Reisepartner mit Recht und Gesetz genau genommen hat. Damit aber wäre der Außenminister noch lange nicht aus dem Schneider. Die nicht abreißenden Vorwürfe gegen die Mitreise-Praxis zeigen, dass Westerwelle in der Sache politisch und inhaltlich instinktlos handelt.

Das Vorgehen des FDP-Chefs befremdet: Seine Partei steht seit Monaten im Verdacht, sich bei ihrem Regierungshandeln auch von Lobbyinteressen leiten zu lassen. Da gebietet es die strategische Klugheit, alles zu tun, damit nicht der Anschein von der Verquickung privater und beruflicher Interessen aufkommt.

Auch in der Sache bietet Westerwelle eine offene Flanke. Unter sämtlichen Vorgängern war es die Ausnahme, wenn der Chef des Auswärtigen Amtes sich ins Ausland von seinem (Ehe-)Partner begleiten ließ. Selbst die Kanzler Gerhard Schröder und Angela Merkel haben ihre Partner in der Regel zu Hause gelassen. Westerwelle aber beansprucht für sich eine Begleitpraxis, die sonst nur dem Bundespräsidenten als Staatsoberhaupt zusteht.

Dabei müsste er wissen: Gerade der Außenminister hat eine Vorbildfunktion. Sein Handeln wird an besonders strengen moralischen Maßstäben gemessen. Westerwelle muss noch viel lernen. Die nötige Zeit dazu könnte er haben, wenn er die aufregenden Ausflüge in die Innenpolitik künftig unterließe.

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