Der Verkehrsbereich vor dem Tagblattturm soll fußgängerfreundlicher werden Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Das wichtige Projekt zur Umgestaltung der Tagblatt-Turm-Kreuzung in Stuttgart-Mitte hängt weiter in der Warteschleife.

Stuttgart - Eigentlich sind sich die Mit­glieder des Gemeinderatsausschusses für ­Umwelt und Technik einig: Die Kreuzung zwischen Tagblatt-Turm und Hegelhaus ist unattraktiv, und es sollte sich dort dringend etwas ändern. „Es gibt sehr wenige Kreuzungen in Stuttgart, die so wenig schön sind“, sagt auch der Chef-Verkehrsplaner der Stadt Stuttgart, Stephan Oehler. Dabei steht mit dem Tagblatt-Turm direkt neben der Kreuzung eines der bedeutendsten Kulturdenkmale Stuttgarts. Auf der anderen Seite befindet sich das Hegelhaus, das bei der Umgestaltung aufgewertet werden könnte. Doch: Im Entwurf des städtischen Doppelhaushaltsplans ist die rund 4,7 Millionen Euro teure Umgestaltung der wichtigen Schnittstelle nicht enthalten.

Dabei hat Oehler gemeinsam mit den städtischen Verkehrsbetrieben lange an dem Projekt getüftelt. Der Bereich soll fußgängerfreundlicher, der Fahrbahnraum verringert werden. Zahlreiche Bäume könnten für eine freundlichere Atmosphäre sorgen. Auch eine Ausdehnung des Modells Tübinger Straße ist im Gespräch: Dort gibt es einen sogenannten Shared-Space-Bereich, in dem alle Verkehrsarten gleichberechtigt sind. Doch dieser Verkehrsversuch, der Modellcharakter haben sollte, wird in der Praxis kaum eingehalten. Besonders Falschparker kümmern sich nicht um das Parkverbot in dieser Zone.

Ob die Tübinger Straße daher als Vorbild für die Tagblatt-Turm-Kreuzung dienen könnte, bezweifelt Oehler. Nach seiner Ansicht verhindert schon allein der Busverkehr in der Eberhard- und Torstraße die Einführung eines Shared-Space-Bereichs.

Doch auch alle anderen Planungen für eine Verschönerung der Kreuzung hängen weiter in der Warteschleife. Für die CDU hat beispielsweise die Modernisierung der Kronprinzstraße in der Stadtmitte erst einmal Vorrang.

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