Nur selten gibt es Führungen durch Pirschgänge aus der Barockzeit in Böblingen (Archivbild). Foto: /Stefanie Schlecht

Historische Denkmäler öffnen an diesem jährlich stattfindenden Tag ihre Pforten. Es geht an selten zugängliche Orte, in die größten Gebäude von Städten und in Keller von Friedhofskapellen.

Der Countdown bis zum Tag des offenen Denkmals 2024 läuft. Die bundesweite Veranstaltung, die eine eigene Homepage hat, zählt sogar Tage, Stunden, Minuten und Sekunden rückwärts bis zum Sonntag, 8. September. Dann bieten Denkmäler wieder spannende Einblicke in die Geschichte – auch im Kreis Böblingen. Noch sind nicht alle Veranstaltungen online. Die, die es bereits sind, versprechen einen spannenden Tag – und die Qual der Wahl.

 

Mitten in Böblingen, auf dem Schlossberg hoch über der Stadt, laufen derzeit archäologische Grabungen. Sie bringen alte Geschichte und neue Erkenntnisse ganz frisch ans Tageslicht. Beim Tag des offenen Denkmals werden sie zwischen 15 und 17 Uhr präsentiert. Die sogenannten „Rettungsgrabungen“ sind notwendig, bevor der historisch bedeutsamen Ort, an dem einst eine Burg und später ein Schloss stand, möglicherweise neu bebaut wird.

Zum Jagdvergnügen angelegt

Eine besondere Zugangsberechtigung erfordern die barocken Pirschgänge im Böblinger Stadtwald. Sie liegen auf dem Truppenübungsgelände der amerikanischen Streitkräfte. Eine der seltenen Führungen durch das weitläufige Gangsystem, das Herzog Carl Alexander anlegen ließ, findet um 9 Uhr statt. Die Teilnehmerzahl ist auf 35 begrenzt und eine vorherige Anmeldung unter reservierung@boeblingen.de (Betreff: Pirschgänge) notwendig.

Keine Anmeldung verlangt der Besuch der Kellerräume der Friedhofskapelle auf dem alten Böblinger Friedhof. Dort zeigt der Künstler Marinus van Aalst Arbeiten zur Geschichte des Zweiten Weltkriegs in Böblingen. Die Installation „Erinnerungsräume“ ist zwischen 15 und 17 Uhr zu sehen, der Künstler wird selbst vor Ort sein.

Ein Herrenberg der Superlative

Ganz im Zeichen der Superlative präsentiert sich die Stadt Herrenberg. Das größte Gebäude Herrenbergs lädt zur Besichtigung ein – die spätgotische Stiftskirche, die mächtig über der Stadt thront. Eine Führung mit Kunsthistorikerin Michaela Bautz startet um 13.30 Uhr. Das zweitgrößte Gebäude Herrenbergs – der Fruchtkasten aus den Jahren 1683/84 – wird gerade noch renoviert. Er soll zu einem Ort der Kultur und Begegnung werden. Eine Führung um 10.30 Uhr findet, aufgrund der Umbauarbeiten, um das Gebäude herum statt. Treffpunkt ist in der Tübinger Straße 30.

Mächtig wacht die Stiftskirche über Herrenberg. /Stadt Herrenberg

Nicht das drittgrößte Gebäude, dafür eines der größten Fenster der Region, bietet die 1933 errichtete katholische Kirche St. Josef in der Walther-Knoll-Straße. Bei einem Vortrag um 16 Uhr mit anschließender Führung wird das 80 Quadratmeter große Fenster vorgestellt.

Ein Schloss und wehrhafte Kirchen

Um Schloss, Kirche und Bauernschaft dreht sich der Tag des offenen Denkmals in Waldenbuch. Das Schloss Waldenbuch, das auch das Museum der Alltagskultur beherbergt, kann bei kostenfreien Führungen um 10.30 Uhr und 14 Uhr besichtigt werden. Die evangelische Stadtkirche St. Veit ist von 11.30 bis 17 Uhr geöffnet, und Einblick in das ehemalige Bauernhaus der Familien Necker und Ebing aus dem 16. Jahrhundert gibt es zu den Restaurantöffnungszeiten von „Lucky am Markt“. Die Besichtigung ist kostenlos und erfolgt eigenständig.

Stattlich sieht das ehemalige Bauernhaus der Familien Necker und Ebing aus. /Stadt Waldenbuch

Wehrhafte Kirchen stehen in der Gemeinde Weissach im Mittelpunkt. Martin Jäckle bietet um 11.30 und um 14.30 je eine Führung durch die evangelische Laurentiuskirche, eine ehemalige Wehrkirche, in Weissach-Flacht an. Durch den Weissacher Wehrkirchbereich, der von längst vergangenen Epochen erzählt, führt um 11.30 Uhr und 14.30 Uhr Gerhard Mann.

Für weitere Informationen lohnt ein Blick auf die Homepage www.tag-des-offenen-denkmals.de