Die Reihenhäuser am Korinnaweg in Sonnenberg wurden 1963 gebaut. Der Architekt war der Chinese Chen Kuen Lee. Foto: Achim Zweygarth

Beim diesjährigen Tag des Denkmals steht die farbliche Gestaltung der Denkmale im Vordergrund. Zwei davon können am Sonntag auf den in Vaihingen und Sonnenberg besichtigt werden.

Vaihingen/Sonnenberg - Seit 1993 werden auch unbekannte Denkmale in Deutschland für Besucher geöffnet. Der diesjährige Tag des offenen Denkmals am kommenden Sonntag, 14. September, steht unter dem Motto „Farben“. Bei der Planung eines jeden Denkmals – egal ob Bau-, Kunst- und Bodendenkmal oder Parks und Gärten – stand die farbliche Gestaltung für die Erbauer und Erschaffer immer mit im Vordergrund. Außerdem erleben Menschen die Farben als direkten Sinneseindruck und nehmen dadurch die Umwelt anders wahr. Im Verbreitungsgebiet der Filder-Zeitung sind ein Gebäude in Vaihingen und eines in Sonnenberg am Tag des offenen Denkmals zu besichtigen.

Institut für Leichtbau, Uni Stuttgart

Institut für Leichtbau, Uni Stuttgart

So öffnet das Institut für Leichtbau, Entwerfen und Konstruieren (Ilek) der Universität Stuttgart seine Türen, die normalerweise verschlossen bleiben. Bei zwei Führungen wird der Versuchsbau für den Deutschen Pavillon von der Expo im Jahr 1967 in Montreal in Kanada vorgestellt. „Neben einem Rundgang durch das Gebäude werde ich in einer Präsentation mehr zur Geschichte des Gebäudes und zur denkmalgerechten Sanierung erzählen“, sagt Clemens Freitag, ein Mitarbeiter des Ilek. Die Besonderheit an dem Gebäude ist die vorgespannte Seilnetzkonstruktion mit zentralem Mast und zwölf Abspannungen über einem elliptischen Grundriss. Entworfen wurde das Gebäude von den beiden Architekten Rolf Gutbrod und Frei Otto. 1968 wurde der Pavillon umgebaut. Heute ist er das Institut für Leichte Flächentragwerke an der Universität Stuttgart.

Kettenhäuser Korinnaweg

Kettenhäuser Korinnaweg

Bereits seit fünf Jahren öffnen die Reihenhäuser im Korinnaweg, die im Jahre 1963 erbaut wurden, ihre Türen. Der chinesische Architekt Chen Kuen Lee gestaltete das Gebäude im organischen Baustil. Dieser war Schüler bei Hans Scharoun, der die Berliner Philharmonie und das Hochhaus Salute auf dem Fasanenhof konstruiert hat. „Dieses Jahr haben wir noch eine Ausstellung über den finnischen Architekten Alvar Aalto“, sagt Hans-Joachim Kraft. Der Architekt führt am Tag des Denkmals von 11 Uhr an stündlich durch das Gebäude. Dies sei ein zusätzlicher Anziehungspunkt für die Besucher. Doch eigentlich braucht er sich darum keine Gedanken zu machen, die Resonanz war bisher immer positiv. Denn es würde nicht nur Fachpublikum an den Führungen teilnehmen. „Viele kommen aus der Nachbarschaft und haben gar nicht gewusst, was es hier für ein Kleinod zu sehen gibt“, sagt Kraft.

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