Die Flugversuche von E. Heinkel und den Brüdern Wirth schrieben Geschichte. Foto: privat

Beim Tag der Stadtgeschichte stellen auch Vereine aus Bad Cannstatt und den Neckarvororten aus.

Neckarvororte - Wasserflugzeuge, die auf dem Neckar in Untertürkheim landen oder eine Fähre, die Passagiere trockenen Fußes von Bad Cannstatt nach Münster bringt: Das sind keine Zukunftsvisionen, sondern historische Ereignisse. Beim siebten Tag der Stadtgeschichte am kommenden Samstag, 3. November, im Wilhelmspalais dreht sich alles um das Thema Verkehr. Neben den verschiedenen Expertenvorträgen gibt es auch eine Ausstellung mit Beiträgen aus den Stadtbezirken.

Der Bürgerverein Untertürkheim hat sich zu diesem Zweck mit gleich zwei historischen Ereignissen im Stadtbezirk ausein­­andergesetzt. Die Centralbahn, der erste Bauabschnitt der Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahnen, umfasste 1845 die Bahnhöfe Untertürkheim und Bad Cannstatt. 1846 wurde der Rosensteintunnel gebaut und die Strecke bis zum Centralbahnhof in der Innenstadt erweitert, erklärt Klaus Enslin, der Vorsitzende des Bürgervereins Untertürkheim. Für die Ausstellung im Wilhelmspalais hat sein Verein alte Fotos, Postkarten und Baupläne von den drei historischen Bahnhöfen zusammengetragen. Die Untertürkheimer haben sich aber noch mit einem weiteren weitaus weniger bekannten Ereignis auseinander gesetzt. Bei einem Aktionstag im Jahr 1931 landeten Flugzeuge des Typs Junkers F13 auf dem Neckar in Höhe des Inselbads. Enslin hat Originalfotos im Internet ersteigert und noch weitere Bilder mit Hilfe des Wangener Ortshistorikers Martin Dolde zusammengetragen.

Mit dem Traum vom Fliegen hat sich auch der Verein Pro Alt-Cannstatt auseinandergesetzt. „Thema unserer Plakatwände ist der Flugbetrieb auf dem Cannstatter Wasen“, sagt der Vereinsvorsitzende Hans Betsch. Das passe nicht nur hervorragend zum Thema des Tags der Stadtgeschichte, sondern sei auch eine Besonderheit, auf die man in Bad Cannstatt bis heute stolz sei. Der Wasen sei nämlich nicht nur Stuttgarts erster Flughafen gewesen, sondern habe auch Geschichte geschrieben, sagt Betsch und erinnert an die ersten Flugversuche von Ernst Heinkel und den Brüdern Hellmuth und Wolf Hirth, an die Landung eines Zeppelins sowie diverse Ballon-Wettfahrten, die auf dem Wasen gestartet sind.

Früher war der Neckar ein trennendes Element

Der Bürgerverein Mühlhausen hat sich mit der Verkehrsentwicklung im Stadtteil Mühlhausen auseinandergesetzt, nicht aber mit der im gesamten Bezirk. Der Vorsitzende Heinz Morhard hat 20 Pläne und Luftbilder zusammengetragen. Darauf zu sehen sind die in den20er Jahren gebaute erste Brücke zwischen Mühlhausen und Hofen, die Erschließung des Stadtteils durch die Stadtbahn sowie der Bau der Ortsumgehung. Morhard: „Der Neckar sieht heute harmlos aus, aber früher war er ein trennendes Element.“ Denn damals gab es zwischen Bad Cannstatt und Neckarrems nur Fähren.

Der Arbeitskreis Historisches Münster hat drei Themen aufgearbeitet, sagt der Vize-Vorsitzende Rolf Zondler. Es geht um die frühere SSB-Schiffslinie, die in den Jahren 1936 bis 1942 zwischen Bad Cannstatt, Münster und Hofen verkehrte und um die Entwicklung von der Vorortstraßenbahn 1909 bis zur Anbindung an die moderne Stadtbahn. Zudem steht die Buslinie 56 von der Wagenburgstraße nach Münster im Fokus der Ausstellung. Belegt werden die Entwicklungen mit Bildern und Dokumenten.

Termin: Der Tag der Stadtgeschichte im Wilhelmspalais beginnt am Samstag, 3. November, um 13 Uhr. Die Ausstellung ist bis zum 18. November täglich von 15 Uhr an außer Montag geöffnet. Der Eintritt ist frei.

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