Im Imbiss von Manuela Haller in Bad Cannstatt gibt es fünf Soßen mit Schärfe-Graden von bis zu einer Million Scoville. Wir haben die scharfen Gerichte am „Tag der scharfen Soßen“ im Videotest gekostet.

Stuttgart - Der „Tag der scharfen Soßen“ ist Grund genug, sich auf die Suche nach Stuttgarts schärfster Currywurst zu begeben. In Bad Cannstatt soll sie zu finden sein. In der Daimlerstraße 104 auf dem Parkplatz eines Baumarktes verkauft Manuela Haller nach eigenen Angaben die schärfste Wurst der Stadt. Haller ist in der Cannstatter Imbiss-Landschaft eine Institution, bereits seit 15 Jahren verkauft sie hier ihre scharfen Würste.

Fünf Schärfe-Grade stehen zur Wahl

Fünf Schärfe-Stufen gibt es im Imbiss-Menü zur Auswahl. Die Soßen tragen einschüchternde Namen wie Brutal, Diavolo, Armageddon, Armageddon Plus und End of Time. Die Soße der fünften und schärfsten Stufe besteht aus Chilis, deren Schärfegrad bei einer Million Scoville-Einheiten liegt. Mittels der Scoville-Skala wird die Schärfe der Paprikapflanze gemessen, also von Chilis, Jalapenos oder Habaneros. Die chemische Verbindung Capsaicin in dieser Pflanzengattung reizt bei Verzehr die Hitze- und Schmerzrezeptoren und erzeugt eine brennende Schärfe im Mund.

Die Feuerwehr rückt an

Das Essen ist so scharf, dass sogar die Feuerwehr anrückt – die Männer in dunkelblauer Kluft kommen allerdings nur zum Mittagessen vorbei. Die Feuerwache in Bad Cannstatt liegt nur wenige Meter von Hallers Imbisswagen entfernt. Den Chili-Brand können die Gäste mit einem großen Schluck Kakao löschen. „Capsaicin ist fett- und alkohollöslich, Wasser verteilt die Schärfe im Mund nur noch mehr“, weiß die Imbissbesitzerin.

Über die Jahre hat sich ein treuer Kundenstamm um die „schärfste Currywurst Stuttgarts“ gebildet. „Manche Gäste kommen morgens vorbei und frühstücken erst mal eine Portion Currywurst der Stufe fünf“, erzählt Haller. Dafür muss man schon einen geübten Gaumen haben, zu viel Schärfe auf nüchternen Magen kann die Magenschleimhaut schädigen.

Selbst die Köchin ist vorsichtig

Die Köchin selbst geht bei ihrer eigenen Wurst nicht über Schärfestufe zwei hinaus. „Ich will ja auch noch was schmecken und nicht beim Essen leiden“, sagt sie lachend. Ab der „Diavolo-Stufe“ wird es wirklich langsam grenzwertig: der Mund brennt, die Nase läuft und der Schweiß bricht aus. Von Stufe zu Stufe steigert sich die brennende Schärfe und breitet sich im gesamten Körper aus. Die letzte Stufe ist wirklich nur noch gut trainierten Mündern zu empfehlen.

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