Setzen auf ambitionierte, aber bodenständige Küche: Tobias Wigger und Daniel Stübler (re.) Foto: Leif Piechowski

Tobias Wigger und Daniel Stübler setzen im Meister Lampe auf ambitionierte, aber bodenständige Küche.

Stuttgart - Aus Alt mach Neu – und wieder Alt. Meister Lampe ist die Bezeichnung für Hasen. So war der neue Name naheliegend, den der alteingesessene Hase in Weilimdorf nun trägt. Der Name weist in die richtige Richtung: Das Restaurant ist anders, moderner, aber auch – und absolut im positiven Sinne gemeint – etwas altmodisch. Wie eben der Begriff Meister Lampe, der aus Fabeln stammt. Der Küchenchef Daniel Stübler setzt auf gute, regionale Produkte. Auf gehobenes Essen ohne Chichi.

Sein Restaurantleiter Tobias Wigger empfiehlt regionale und deutsche Weine. Italienische Tropfen? Fehlanzeige. Französische Weine? Geschenkt. Seine Art, einen willkommen zu heißen im Restaurant, in dem dezent mit grünen Accessoires Akzente gesetzt werden, ist sehr herzlich. Und vielleicht auch für manche etwas unkonventionell. „Dieser Weißburgunder von Frank Schmitt ist ein Brett“, sagt er zum Beispiel. Man nimmt einen Schluck und weiß, was er damit meint – so vollmundig schmeckt der Wein. Seine Empfehlung passt perfekt zum lauwarmen Kalbskopf, der mit Pfifferlingen und einem cremig-schmatzenden ­Tomatenrisotto serviert wird. Man merkt: Hier kocht einer ambitioniert, aber doch bodenständig. Keiner der Geschmäcker ist durch andere Aromen verfälscht. Auf der Karte findet sich sogar ein Zwiebelrostbraten. Das Fleisch aber ist ein Staufen-Dry-Age-Roastbeef. Es wird mit Lembergerjus, Filderkraut und handgeschabten Butterspätzle serviert. Kosten: 23,90 Euro. Das sind Preise, bei denen mancher Schwabe schlucken muss, die Gourmets aber für ein gutes Stück Fleisch zahlen.

Das Meister Lampe ist Daniel Stüblers erstes eigenes Restaurant. Unter seinen bisherigen Stationen finden sich wohlklingende Namen: Er hat unter anderem in der Schillerhöhe in Gerlingen, in der Alten Sonne, Ludwigsburg, in der Speisemeisterei, als dort Martin Öxle – mit zwei Sternen dekoriert – kochte, unter Armin Karrer im Stuttgarter Fernsehturm und auch im Adler Asperg gearbeitet. Er hat dort überall viel gelernt, jetzt seinen eigenen Stil gefunden. So serviert er eine Staufen-Ochsenbacke, die 36 Stunden gegart wird. Sous Vide nennt sich das Verfahren, das eigentlich aus dem Labor stammt. Dabei wird das Fleisch in einen Vakuumbeutel gepackt und bei konstant 64 Grad gegart. Das Ergebnis ist wunderbar zart. Dazu gibt es Knollensellerie, Pfifferlinge und einen Knödel aus Laugenbrezel. Wigger empfiehlt einen Merlot von der Weinmanufaktur Untertürkheim. Die gebratene Dorade Royal wird mit Kalbsjus, Aubergine und gebratenen Kartoffeln ­serviert. Ein toller, saftiger Fisch. Ge­schmacklich ist alles top, nur die Aubergine ist optisch etwas fade. Beim Dessert wiederum isst auch das Auge mit: Das Himbeer-Vanillechibost mit Weichselkirsche und Sauerrahmeis ist sehr schön drapiert.

Küche: Moderne Interpretationen von Klassikern

Atmosphäre: Gediegen und elegant

Preis-Leistungs-Verhältnis: Nicht gerad günstig, aber angemessen

Adresse: Restaurant Meister Lampe, Solitudestr. 261, 70499 Stuttgart, Telefon 0711/ 989 89 80, www.restaurant-meisterlampe.de, barrierefrei

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 12-14 und ab 18, Sa ab 18, So 12-24 Uhr, Montag ist Ruhetag

Anfahrt: Es hat genügend Parkplätze an der Straße. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nimmt man am besten die U6 Richtung Gerlingen und steigt an der Haltestelle Weilimdorf Löwen-Markt aus.

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