Mit interaktiver Grafik - Wann der nächste Bus kommt,lässt sich mit dem Tablet schnell nachschauen, ebenso wie Kochrezepte. Bei Auswahl der Apps für das mobile Endgerät gibt es einiges zu beachten.

Nützliche Apps für Tablet und Smartphone - klicken Sie auf die Grafik.

Stuttgart - Vor zehn Jahren war es noch außergewöhnlich, jemanden in der Bahn mit einem Tablet zu sehen, heute ist das normal. Denn 5,5 Millionen Tablet-PCs und 22,4 Millionen Smartphones wurden allein 2013 in Deutschland verkauft. In diesem Jahr sollen es bei den Tablets sogar sieben Millionen sein, nach Schätzungen der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselek­tronik. Doch mit dem Kauf ist es oft nicht getan. Man muss mit dem mobilen Endgerät auch umgehen können. Gerade Einsteiger und Ältere tun sich damit schwer.

Wer lernen will, das Gerät zu bedienen, kann einen Kurs von Andrea Wipplinger besuchen. Sie ist Dozentin an der Volkshochschule Stuttgart (VHS) und erklärt Besitzern von Tablets, worauf sie achten müssen. Auf Lehrbücher kann sie nicht zurückgreifen. „Auf dem Markt verändert sich andauernd etwas. Bis ein Buch gedruckt wäre, wären die Informationen schon wieder veraltet“, sagt sie. Daher erstellt Wipplinger mit ihren Kollegen einen eigenen Lehrplan.

Vieles im Umgang mit dem Tablet kann man nicht erklären, das muss man ausprobieren. Etwa wie man über das Display wischt, um neue Inhalte oder Menüs aufzurufen oder wie stark man auf den Bildschirm drücken muss, damit sich eine App, eine Anwendung, öffnet. Diese Anwendungen sind kleinere Computerprogramme, die für den Benutzer nützlich sein können.

Worauf es bei Apps allerdings ankommt, das kann die Dozentin ihren Schülern erklären. „Eine Internetverbindung ist die Grundvoraussetzung, um das Tablet und die Apps nutzen zu können“, sagt sie. Daher sollte das Tablet entweder über das kabellose WLAN-Netzwerk verbunden sein oder eine SIM-Card haben, mit der man sich – wie beim Smartphone auch – über das Mobilfunknetz ins Internet einwählen kann. Dann stelle sich jeder die Benutzeroberfläche für sein Tablet individuell zusammen. „Bei der Auswahl der Apps ist entscheidend, welche Interesse man hat: Der eine freut sich über eine Wander-App, der andere über eine App mit exotischen Kochrezepten“, sagt Wipplinger.

Die Anwendungen sind in den Stores, Online-Geschäften, der Anbieter erhältlich. „Es gibt drei große Anbieter: Apple, Windows von Microsoft und Android von Google“, sagt Wipplinger. Die Kurse zu Android würden viele buchen, da dieses Programm auf Tablets von verschiedenen Anbietern laufe .

Um in diesen Online-Läden Apps herunterzuladen, muss man sich anmelden. Andrea Wipplinger rät, für diese Anmeldung eine andere E-Mail-Adresse zu verwenden als für private oder geschäftliche E-Mails. Bei der Anmeldung sollte man auch nur die Pflichtfelder ausfüllen und in keinem Fall Hobbys, Musikgeschmack oder Lieblingsbücher angeben. „Gerade Ältere neigen dazu, alles auszufüllen“, sagt sie. Das müsse nicht sein. Jeder sollte sich seine persönliche Grenze setzen, welche Informationen er preisgeben wolle. „Firmen wollen Adressen haben, um gezielt Werbung zu verbreiten“, sagt sie. Dazu würden sie Informationen aus dem Profil nutzen.

Bevor man Apps herunterlädt, sollte man erst mal stöbern und sich informieren, wie bei einem normalen Einkauf. „Freunde und Bekannte kennen vielleicht Apps, die hilfreich und gut sind“, sagt Wipplinger. Auch viele Computerzeitschriften würden regelmäßig die Anwendungen testen.

Ehe sich ein Verbraucher für einen der mobilen Helfer entscheidet, ist ein genauer Blick hilfreich: Wie gut wurde die App bewertet? Wie schaut das Logo aus, und ist die Beschreibung in gutem, verständlichem Deutsch verfasst? Wichtig ist auch, ob die Funktion der App klar beschrieben ist. „Wenn mir der gesunde Menschenverstand sagt, irgendetwas ist komisch, dann lasse ich die Finger davon“, sagt Wippling.

Viele Anwendungen sind kostenlos, andere kosten bis zu fünf Euro. „Zwei Euro für eine App sind gut investiert. Irgendjemand muss es ja programmieren“, sagt Wipplinger. Sie lässt die Finger von Apps, die kostenpflichtig sind und obendrein ein Produkt verkaufen wollen. „Wenn die App für den Nahverkehr Geld kostet und man mir hinterher noch ein Ticket verkaufen will, dann finde ich das komisch.“

Für Einsteiger hat die Dozentin der VHS noch einen zusätzlichen Tipp: Am Anfang kann man Apps von bekannten Firmen, wie der Tageszeitung oder den öffentlichen Fernsehsendern herunterladen. „So sammelt man Erfahrung und kann dann besondere Apps besser einschätzen.“

Die VHS Stuttgart und die Volkshochschulen in Baden-Württemberg bieten Kurse zum Tablet und Smartphone an. Infos gibt es im Internet unter www.vhs-stuttgart.de und unter www.vhs-bw.de.

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