Tablets sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Ein gutes Tablet hat allerdings seinen Preis, dafür bekommt der Käufer einen guten Akku und einen guten Bildschirm. Wir haben die Testsieger in unserer Bilderstrecke! Foto: Sony

Tablets sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Ein gutes Tablet hat allerdings seinen Preis, dafür bekommt der Käufer einen guten Akku und einen guten Bildschirm. Wer weniger als 100 Euro ausgibt, darf nicht viel erwarten.

Stuttgart - Android, iOS oder Windows? Die Frage nach dem Betriebssystem stellt sich oft als Erstes beim Kauf eines Tablets, sagt Ralf Gaida, bei der Stiftung Warentest Projektleiter im Team Multimedia und verantwortlich für den neuen Tablet-Test, der heute in der Zeitschrift „test“ (1/2015) erscheint. 20 Mini-Computer in verschiedenen Größengruppen hat Gaida mit seinem Team untersucht. Testsieger ist das Samsung Galaxy Tab S 10.5 (Note: 1,8). Platz zwei teilen sich das kleinere Samsung Galaxy Tab S 8.4 und das Sony Xperia Z3 Compact (Note 1,9). Der einstige Vorreiter Apple dagegen enttäuschte mit dem iPad Air 2 die Tester – und zwar in den Kategorien Bildschirm, Akku und bei der Vielseitigkeit. Zugleich haben die Experten festgestellt, wie wichtig das Kriterium Betriebssystem tatsächlich ist: „Ein leistungsstarkes Gerät zu bauen, reicht heute nicht mehr aus“, sagt Ralf Gaida. „Anbieter müssen überzeugende Gründe liefern, warum die Wahl auf ihr Tablet fallen soll.“ Wer sich ein neues Tablet zulegen möchte, sollte auf folgende Kriterien achten: Betriebssystem: Das von Google programmierte Android ist das am meist verbreitete mobile Betriebssystem. Es ist nicht nur auf zahlreichen Tablets installiert, für Android stehen außerdem viele Anwendungen, sogenannte Apps, zur Verfügung. Benutzer von Android-Tablets können viele Dateiarten direkt und einfach mit Windows-Rechnern austauschen und auf dem Computer nutzen. „Android ist selbsterklärend und relativ leicht zu bedienen“, sagt Gaida.

Ähnlich einfach zu bedienen ist das mobile Betriebssystem iOS des Anbieters Apple. Nachteil: Um Mediendateien mit Windows- oder Androidgeräten auszutauschen, braucht es eine spezielle Software.

Das Betriebssystem Windows ist noch etwas sperrig zu bedienen. Denn Windows ist nicht für mobile Geräte, sondern ursprünglich für den Computer programmiert worden. Der Tablet-Nutzer muss daher noch zwischen Kachel- und klassischer Desktop-Optik hin- und herwechseln. Aber: „Windows wird auf mobilen Geräten immer stärker“, sagt Gaida. Größe: Vor dem Kauf sollte der Nutzer sich überlegen, wo er sein Tablet vorwiegend zur Hand nimmt. Kleine Geräte mit einer Bilddiagonale von sieben bis acht Zoll sowie mittelgroße Geräte (zehn Zoll) werden am häufigsten gekauft. „Mittelgroße Geräte sieht man aber selten unterwegs. Sie werden für gewöhnlich stationär beziehungsweise zuhause genutzt, um E-Mails abzurufen oder im Internet zu surfen“, sagt Gaida. Bildschirm: Die Bildschirmgröße und die -qualität ist ein wichtiges Kriterium beim Tablet-Kauf. Der Hersteller Samsung hat die Tester überzeugt. Die Bilderschirme haben eine sehr hohe Auflösung, intensive Farben und hohe Kontraste, so die Experten. Gaida rät, beim Bildschirm auf den Blickwinkel zu achten. Der Benutzer sollte von allen Seiten etwas auf dem Display erkennen können. Scheinen Lichtquellen auf die Oberfläche, sollte es nicht spiegeln. Akkuleistung: Besonders Menschen, die ihr Tablet viel unterwegs benutzen, sollten auf eine hohe Akkuleistung achten. Sehr gut abgeschnitten hat das getestete Sony-Modell: Der Besitzer kann mehr als elf Stunden im Internet surfen oder Videos abspielen. Bei Testsieger Samsung liegt die Leistung etwas darunter. Mit dem zweitplatzierten Samsung-Modell und dem HTC/Google Nexus 9 kann man zwar mehr als zehn StundenVideos anhören und anschauen, surfen ist dafür fast drei Stunden weniger möglich. Am schlechtesten hat das Tolino Tab 8 abgeschnitten. Beim Surfen und Videoschauen hielt der Akku rund fünf Stunden. Speicherplatz: Wer auf seinem Tablet große Datenmengen wie Fotos oder Videos speichern will, sollte auf einen erweiterbaren Speicher achten. Denn der ist nicht auf jedem Tablet selbstverständlich: Er fehlt beim Apple iPad mini 3 ebenso wie beim Apple iPad Air 2, beim Amazon Fire HDX 8.9 und beim HTC/Google Nexus 9. Die anderen getesteten Modelle bieten einen Speicher, der sich um bis zu 128 Gigabyte erweitern lässt.

Kamera: Kameras haben Tablets, und auch die Bilder sehen nicht schlecht aus. Jedoch: Tablet-Kameras haben keinen Blitz. Gute Bilder entstehen also nur bei optimalen Lichtverhältnissen. Außerdem gibt es nur einen Digitalzoom, keinen optischen Zoom. Es ist deshalb nicht möglich, das Bild wie bei einer Kamera mit Hilfe der Linsen heranzuholen. Man kann bloß den Bildausschnitt vergrößern, ähnlich wie mit einer Lupe. Wer Nahaufnahmen mit einer besseren Qualität will, muss nahe an das Objekt heran. Zudem gibt es keine Bildstabilisierung. Die besten Kameras im Test hat Samsung. Spiele: Spieleliebhabern empfehlen die Tester das Nvidia Shield. Das Tablet hat einen starken Prozessor und eine auf Spiele ausgerichtete Grafikeinheit. Der Mini-Computer lässt sich aber auch ganz normal als Android-Tablet benutzen.

Preis: Gute Tablets haben ihren Preis. Der Testsieger Samsung kostet im Schnitt 540 Euro, die beiden zweitplatzierten Modelle rund 470 Euro. Selbst das günstigste Gute, das Google Nexus 9 (Note 2,4), kostet im Schnitt 390 Euro. Aus Sicht der Tester bieten teure Tablets meist viele Vorteile wie bessere Bildschirme und Akkus als die günstigeren Modelle. Wer trotzdem nicht so viel Geld ausgeben will, dem rät Gaida zum Asus Memo Pad 7 für unter 200 Euro. Mit der Note 2,6 habe es fast gut abgeschnitten, sagt Gaida.

Der Multimedia-Experte hält Tablets für unter 100 Euro, die häufig Supermärkte und Discounter verkaufen, zwar nicht für grundsätzlich schlecht. Mit ihnen könne man auch im Internet surfen und E-Mails abrufen. „Zu viel sollte man aber nicht erwarten“, sagt Gaida. Der Bildschirm sei nicht hochwertig, hätte eine schlechte Auflösung und bei Sonnenschein sieht man darauf nichts mehr.

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