Das Gewerbegebietsmanagement Synergiepark Plus soll die Unternehmen besser vernetzen und die Entwicklungen im Industriegebiet koordinieren. Foto: Alexandra Kratz

Die Möhringer Bezirksbeiräte kritisieren das Gewerbegebietsmanagement Synergiepark Plus als sehr theoretisch. Viele Fragen blieben noch offen.

Möhringen - An sich, betonte Fred Wagner, gibt es schon lange ein Verkehrskonzept für Möhringen. „Da sind wir weiter als in Vaihingen“, sagte der CDU-Sprecher in der Bezirksbeiratssitzung am Mittwoch. Dennoch staut es sich insbesondere im Feierabendverkehr, und zwar in beiden Bezirken. Was es braucht, ist eine Gesamtlösung. „Ich würde zunächst einmal ein tragfähiges Verkehrskonzept vorschlagen, dass Vaihingen und Möhringen einschließt und ebenso die Themen Parken, Park-and-ride und nachhaltige Mobilität umfasst“, sagte Monika Herrmann-Lobreyer (Grüne). „Wir müssen sehen, wie wir den Verkehr in den Griff bekommen“, ergänzte ihr Fraktionskollege Rüdiger Reinboth. Generell sei ein Gewerbegebietsmanagement, wie es Hermann-Lambert Oediger und seine Kollegin Charlotte Schweyer von der Abteilung Stadtentwicklung im Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung im Gremium vorstellten, eine gute Idee. „Aber das ist alles sehr theoretisch“, kritisierte Wagner.

Unternehmen sollen sich beteiligen

Das Stadtplanungsamt und die Wirtschaftsförderung (WIV) haben das Gewerbegebietsmanagement Synergiepark Plus (Planen, Lenken, Umsetzen, Stärken) unter Beteiligung des Instituts für Stadt und Regionalentwicklung der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen gemeinsam entwickelt. Das Land fördert das Projekt mit einem Zuschuss von etwa 40 000 Euro. Das Modellprojekt soll die Unternehmen besser vernetzen und die Infrastruktur im Synergiepark ausbauen. Zu den Schwerpunkten gehören die betriebliche Mobilität, etwa mit Carsharing und Jobticket-Angeboten, die Öffnung etwa des Erdgeschossbereichs der neuen Daimler-Zentrale auch für externe Dritte oder die Umsetzung eines Art Boulevards am Wallgraben, der das Gebiet attraktiver machen soll.

„Wir wollen das Konzept von vornherein gemeinsam mit den ansässigen Unternehmen erarbeiten“, sagte Schweyer. Derzeit befinde man sich in der Analysephase. Bis zum Sommer soll ausgelotet sein, welche Angebote es im Synergiepark gibt, zum Beispiel in der Gastronomie oder der Kinderbetreuung. Unternehmen sind aufgerufen, Stärken und Schwächen des Standorts aus ihrer Sicht einzubringen. Dann werden die Bedarfe ausgemacht, die den Standort voranbringen sollen. Es folgt die Konzeptphase, die bis Mitte 2018 abgeschlossen sein soll. „Darin wollen wir sämtliche Rückmeldungen und Anregungen einarbeiten“, sagte Schweyer.

Synergiepark entwickelt sich rasant

„Ist es nicht schon fast zu spät für das Konzept?“, fragte Dieter Bernhardt (SPD) und ob man der Realität nicht schon hinterherhinke. „Die Entwicklung in dem Gebiet überrollt uns beinahe schon“, so Bernhardt. Markus Schröter (CDU) fürchtete, „dass es 8000 bis 10 000 neue Mitarbeiter im Synergiepark gibt, noch bevor es zur Umsetzung kommt“. Die Idee eines Gewerbegebietsmanagements gebe es schon länger, sagte Oediger, „schon bevor Daimler und Allianz die Finger gestreckt haben“. „Wir kommen nicht zu spät“, betonte er. Die Wirtschaftsförderung sei bereits seit Jahren im Gespräch mit einzelnen Unternehmen. „Aber dieses Konzept geht weiter. Wir wollen nicht nur einzelne Unternehmen, sondern den Standort als Ganzes betrachten“, so der Leiter der Abteilung Stadtentwicklung.

Das von den Bezirksbeiräten angesprochene Verkehrskonzept sowie die nachhaltige Mobilität gehörten selbstverständlich dazu. Die Anregung von Fred Wagner, die Gewerbe- und Handelsvereine in das Gewerbegebietsmanagement einzubeziehen, werde er mitnehmen. „Es geht darum, städtische und unternehmerische Ziele zusammenzubringen. Da sind auch die Unternehmen gefragt, mitzuwirken und sich finanziell zu beteiligen“, sagte Oediger.

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