Das Ludwig Trio Foto: Josep Molina Secall

Am 8. und 9. November spielt das SWR Symphonieorchester zusammen mit dem Ludwig Trio unter der Leitung von Eliahu Inbal (82) in der Liederhalle.

Der israelische Dirigent ist eine Legende: Er wurde von Leonard Bernstein entdeckt und von Sergiu Celibidache gefördert, trat ab 1964 mit fast allen großen Orchestern der Welt auf und erhielt viele Auszeichnungen. Auch das Musikleben in Deutschland hat er geprägt. Unter anderem war er von 1974 bis 1990 Chefdirigent des hr-Sinfonieorchesters und von 2001 bis 2006 des Berliner Sinfonie-Orchesters.

Das 2. Abo-Konzert der Saison beginnt mit Ludwig van Beethovens Tripelkonzert für Klavier, Violine, Violoncello und Orchester C-Dur op. 56. Das Konzert entstand um 1804, zeitgleich mit der 3. Sinfonie („Eroica“), der 5. Sinfonie, der Klaviersonate Nr. 23 („Appassionata“) und der Oper „Fidelio“. Das herrliche Werk ist wohl die am meisten „klassische“ und in ihrem intimen Trialog der Solisten eine höchst anspruchsvolle Komposition aus den mittleren Wiener Jahren des Bonners, wird aber dennoch selten gespielt. Beethoven betont hier die Rolle der Solisten; das Orchester hat eher eine grundierende oder dramatisch-steigernde Bedeutung. Am stärksten sind die Tutti-Einsätze noch im schnellen ersten Satz. Im langsamen, aber sehr melodischen zweiten Satz geht es mehr kammermusikalisch zu. Der dritte Satz ist tänzerisch, lebhaft.

Großartig aufeinander eingespielt

Großartig aufeinander eingespielt ist das Ludwig Trio: die Brüder Abel (Violine) und Arnau (Cello) Tomàs aus Barcelona, die seit zehn Jahren mit der koreanischen Pianistin Hyo-Sun Lim das Trio bilden.

Nach der Pause folgt die Sinfonie Nr. 11 g-Moll von Dmitrij Schostakowitsch mit dem Titel „Das Jahr 1905“. Damals erhoben sich in Russland die Massen gegen den Zar. Erster grausiger Höhepunkt dieser revolutionären Bewegung war im Januar der „blutige Sonntag“ in Sankt Petersburg: Auf dem Vorplatz zum Winterpalast schossen Soldaten in die Menge. Der Komponist hat die Ereignisse in einem gewaltigen Klanggemälde festgehalten. Was bei der Uraufführung 1957 wie sowjetische Heldenverehrung wirkte, könnte auch anders gemeint gewesen sein. Schließlich hatten Truppen des Warschauer Pakts soeben den Aufstand in Ungarn niedergeschlagen.

Das SWR Symphonieorchester mit Eliahu Inbal und dem Ludwig Trio: 8./9. November, jeweils 20 Uhr, Liederhalle, Tickets 0 72 21 / 300 100

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