Radiomoderator Matthias Holtmann (links) mit Comedian Michael Gaedt Foto: Leif Piechowski

Mit seiner Show „Pop & Poesie“ erlebt der an Parkinson erkrankte SWR-Moderator Matthias Holtmann einen neuen Höhepunkt seiner Karriere. Kürzlich wurde der 63-Jährige nochmals Vater.

Mit seiner Show „Pop & Poesie“ erlebt der an Parkinson erkrankte SWR-Moderator Matthias Holtmann einen neuen Höhepunkt seiner Karriere. Kürzlich wurde der 63-Jährige nochmals Vater.

Stuttgart - Seine Haltung ist nach vorn gebeugt, seine Mimik etwas starr, die Bewegungsabläufe sind verlangsamt. Na und? SWR-Moderator Matthias Holtmann, seit den späten 1970ern der wohl bekannteste Radiomann des einstmals wilden Südens, hat sich an sich selbst besser gewöhnt als seine Umwelt. „Auf der Straße schauen mich viele an, als wär’ ich bekloppt“, sagt der an Parkinson erkrankte Porsche- und Popfan.

Wer das Krankheitsbild kennt, weiß es besser. Spaß am Leben findet sich auch dann, wenn der Körper nicht wie früher ganz so heftig mitrocken will.

„Parkinson ist Pech und ein großer Mist“, schreibt Holtmann in seiner jetzt erschienenen Biografie, „aber es ist nicht ansteckend und man kann damit uralt werden – und es gibt weitaus schlimmere Diagnosen.“

Mit seiner Krankheit und in einem Alter, in dem viele in Rente gehen, erlebt der 63-Jährige einen neuen Höhepunkt seiner Karriere. Mit der von ihm konzipierten Live-Show „Pop & Poesie in Concert“ füllt er große Hallen und Plätze, als sei er selbst ein Popstar. Im Mittelpunkt steht dabei ein Konzert, bei dem Musiker die ausgewählten Songs in individuellen Versionen spielen – in der jeweiligen Originalsprache. Die deutschen Übersetzungen werden durch Schauspieler in die Inszenierung eingewoben. Die Premiere der vierten Staffel mit dem Titel „Wish You Were Here“ am 1. Juni beim SWR-Festival auf dem Stuttgarter Schlossplatz ist so gut wie ausverkauft. Bei den Stuttgarter Nachrichten gibt es allerdings noch zwei Vip-Karten (Konzertbesuch plus Backstage-Aufenthalt), die wir unter unseren Leserinnen und Leser verlosen.

Außerdem können wir bei unserem Gewinnspiel noch einen weiteren Leckerbissen bieten: Am 15. Mai, 19 Uhr, testet das Team von Holtmann bei einer Preview in der Sparkassen-Akademie am Pariser Platz in Stuttgart die neue Show. Wir verlosen dafür fünfmal zwei Karten, die man nicht kaufen kann.

Die Erzählweise in Holtmanns Buch „Porsche, Pop und Parkinson“ erinnert an ein Roadmovie. Es geht mit hohem Tempo, schnellen Schnitten, aber auch mit melancholischem Innehalten ordentlich zur Sache. Da schreibt einer, der das Leben auf der Überholspur genossen hat, dann von einer Krankheit gebremst wurde, aber dabei nicht aus der Rennbahn fiel. Auch wenn er Schwierigkeiten hat, ein Hemd zuzuknöpfen und deshalb meist Shirts oder Pullover trägt, auch wenn er an der Tankstelle die Kreditkarte nicht aus dem Geldbeutel bekommt, fühlt er sich nach wie vor sicher in schnellen Autos. Die Beherrschung von 400 oder 500 PS gibt ihm den Kick.

„An guten Tagen schaffe ich noch heute die Nordschleife des Nürburgrings in acht oder neun Minuten“, sagte Holtmann am StN-Stadtschreibtisch im Buchhaus Wittwer und erklärte seine Krankheit. „Manchmal bekomme ich Krämpfe in den Füßen – was ich nicht habe, ist die Zittervariante von Parkinson, die das Mikadospielen schwierig macht. Ich mache auch keine komischen Bewegungen mit dem Kopf. Bei Parkinson gibt es keinen einheitlichen Verlauf.“

Lieber schaut er auf die positiven Folgen dieser „Scheißkrankheit“. Endlich könne er ohne lange Suche parken – auf Behindertenplätzen. Im Buch nennt er einen weiteren positiven Aspekt: Eine Nebenwirkung seiner Medikamente sei die Steigerung seiner Libido. Vor fünf Monaten wurde er noch einmal Vater. Jetzt ist er gespannt „auf den Abi-Schnitt meines jüngsten Sohnes“.

Wer bei unserer Verlosung mitmachen will, schickt eine Mail an: flair@stn.zgs.de oder einer Postkarte an: Stuttgarter Nachrichten, Redakteur Stuttgart Flair, Postfach 10 44 52, 70039 Stuttgart. .

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: