Gut gelaunt singt sich Jürgen Hörig (links) in die Herzen des Publikums. Benny Eisele unterstützt ihn mit der Gitarre. Foto: Brigitte Hess

Der beliebte SWR-Moderator Jürgen Hörig singt auf dem Kunststückle des Kunstvereins in Fellbach. Und das Publikum ist begeistert.

Fellbach - Sie sind mei Liebling bei dr Landesschau“, sagt eine Frau ganz verzückt am Ende des Konzerts zu Jürgen Hörig, und ihr Ehemann greift zum Handy: „Do stell de no“, dirigiert er die Gattin zum Foto mit dem singenden Moderator. „Also der Sting und der Rudi Carrell – das haben Sie wirklich ganz hervorragend gemacht“, lobt ein anderer Zuhörer. Und das zeigt gleich die Bandbreite des Konzerts von Jürgen Hörig, der von dem Gitarristen Benny Eisele begleitet wurde. Gerade, als nach der Pause „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer“ – mit dem holländischen Einschlag des unvergessenen Showmasters Carrell – erklingt, fallen erste Regentropfen, und bange Blicke richten sich auf den dunklen Abendhimmel.

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Auf Einladung des Kunstvereins gastiert das Duo Hörig/Eisele in Fellbach

Auf Einladung des Kunstvereins gastierte das Duo Hörig/Eisele am Samstagabend auf dem „Kunststückle“, das mit kleinen Tischchen und Stühlen in allen Formen und Farben bunt bestückt war. Das Publikum unterschied sich ein wenig von den sonst bekannten Gesichtern der großen Kunstvereins-Familie: Es waren viele Menschen gekommen, die der SWR-Moderator sonst via Bildschirm bei der Sendung „Kaffee oder Tee“ im Wohnzimmer besucht und für die die „Landesschau“ traditionell zum Abend gehört.

„Seine Rucksackgeschichten über Fellbach, die waren sagenhaft, ich habe da einiges über meinen Heimatort erfahren, von dem ich noch nie gehört hatte“, sagte Elke Sempa, die ihre frisch erworbene CD gleich für ein Autogramm des Moderators, Sängers und Songwriters nutzte. Die Stimmung unter den knapp 100 Gästen war also schon mal bestens; und was die beiden Musiker hören ließen, kam ebenfalls ganz hervorragend an.

Deutsche Popsongs und Klassiker gehören zum Repertoire

Deutsche Popsongs wie „Ohne dich schlaf ich heut’ Nacht nicht ein“, Klassiker der Popgeschichte wie „While my Guitar gently weeps“ von den Beatles oder eben der Sting-Hit „Fields of Gold“ wurden heftig beklatscht. Gefühlvoll sind Hörigs Eigenkompositionen, eine widmete er den Kindern einer Krebnachsorge-Klinik, für die er sich seit 16 Jahren engagiert. Zwischen den einzelnen Songs plauderte der Fernsehmann locker, erzählte über die Musiker der von ihm gecoverten Songs, übersetzte Liedzeilen und ganze Strophen, sodass mancher Song plötzlich eine neue Bedeutung bekam. Mit seiner Eigenkomposition „Outcomes“ wollte er eigentlich von einem persönlich ziemlich schlecht gelaufenen Jahr erzählen – und dann habe der Song perfekt die Stimmung so vieler in der Pandemie ausgedrückt.

Vor sechs Jahren startete Hörig seine Gesangskarriere

Vor sechs Jahren hat Hörig die Lieblingslieder seiner Frau als Geschenk an sie aufgenommen, und der beeindruckte Produzent habe dann den Anstoß gegeben, in dieser Richtung weiterzumachen. Drei Jahre lang besuchte Hörig die Fellbacher Popmusic-School und feilte mit den Sängern Ralf Scheepers und Philip Braun an seiner Stimme. Es hat sich gelohnt.