So fing alles an Thomas Schmidt (links) und Stefan Siller moderierten 1989 rund um die Uhr. Foto: Uli Kraufmann

1989 befand sich der wilde Süden im Ausnahmezustand, als Stefan Siller und Thomas Schmidt rund um die Uhr ihre Top Tausend X moderierten. Erinnerungen an eine legendäre Hitparade, die jetzt ihren 30. Geburtstag feiert.

Stuttgart - „Radio für den wilden Süden“ – ihren damaligen Slogan machte die Popwelle SDR 3 vor genau 30 Jahren wahr: Eine Mammuthitparade, nur von Stefan Siller und Thomas Schmidt eine Woche lang rund um die Uhr moderiert, versetzte das Land in einen Ausnahmezustand. Daran erinnert SWR 1 als Nachfolgesender momentan ausgiebig, da noch bis Sonntag abgestimmt werden kann für die 30. Auflage einer legendären Radioshow. Bei den Hörern ist 1989 das musikalische Bombardement der Top Tausend X auf eine Begeisterung gestoßen, die sich in dieser Dimension seitdem nicht wiederholt hat. Waschkörbeweise kamen Durchhalteparolen – damals gab’s keine E-Mails – ins Studio. Mit Worten allein begnügten sich die Fans nicht: Sie schickten Fresspakete, Teddybären, Energietabletten.

Wie weit kommen Äffle und Pferdle?

Der damalige Ministerpräsident Lothar Späth sendete einen Früchtekorb und OB Manfred Rommel zwei Schweißbänder. Dauerhörergruppen notierten Tag und Nacht jeden Titel. Heute klicken die Fans im Internet bequem die Siegerliste durch, und ein ganzes SWR-Team moderiert die 30. Hitparade vom 21. bis zum 25. Oktober. Im Park der Villa Berg präsentierten Thomas Schmidt (ist noch heute bei SWR 1) und Stefan Siller (hat sich vor vier Jahren in die Rente verabschiedet) beim allerersten Mal die letzten 20 Titel unter freiem Himmel. Sie hatten das Studio verlassen, um beim Höhepunkt nicht alleine zu sein. 10 000 Hörer kamen in den Park, fieberten mit und feierten „Stairway To Heaven“ als Sieger.

Dieser Song von Led Zeppeln hat es seitdem fast immer auf Platz eins geschafft. Im vergangenen Jahr siegte „Bohemian Rhapsody“ zum zweiten Mal. Wie wird die Verteilung diesmal? Und wie weit kommen Äffle und Pferdle? Beim Finale am 25. Oktober in der Schleyerhalle wird man’s wissen.

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