Malu Dreyer will sich nicht mit der AfD an einen Tisch setzen, daraufhin sagt auch Julia Klöckner (CDU) die Runde ab. Foto: dpa

In der Diskussion über die Fernsehdebatte vor der rheinland-pfälzischen Landtagswahl meldet sich SWR-Chefredakteur Fritz Frey zu Wort: „Mich ärgert das Demokratieverständnis der Regierungsparteien.“

Mainz - In der Diskussion über die Fernsehdebatte vor der rheinland-pfälzischen Landtagswahl hat SWR-Chefredakteur Fritz Frey SPD und Grüne kritisiert. „Mich ärgert das Demokratieverständnis der Regierungsparteien“, sagt Frey dem „Spiegel“ laut Vorabbericht vom Freitag mit Blick auf die Regierungskoalition. „Man möchte denen fast zurufen: Was seid ihr eigentlich für Schönwetterdemokraten, wenn ihr euch jetzt wegduckt, anstatt euch auf die Bühne zu begeben.“

Dreyer bleibt bei Absage

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) bleibt am Freitag bei ihrer Weigerung, vor der Landtagswahl an einer TV-Debatte mit einem Vertreter der rechtskonservativen Alternative für Deutschland (AfD) teilzunehmen. Damit wäre die Talkrunde gescheitert.

„Die AfD hat sich stark radikalisiert“, sagte Dreyer am Freitag im Deutschlandradio Kultur. „Es gibt für mich deshalb gar keinen Grund, mich in eine „Elefantenrunde“ zu setzen, in der die AfD anwesend ist, obwohl sie nicht Mitglied im Landtag ist.“

Wegen Dreyers Haltung hatte der SWR entschieden, dass in Rheinland-Pfalz nur die Spitzenkandidaten von SPD, CDU und Grünen zum Talk eingeladen werden. AfD, FDP und Linke sollten nur per Interviews eingespielt werden. CDU-Spitzenkandidatin Julia Klöckner hatte deshalb am Donnerstag abgesagt. SWR-Intendant Peter Boudgoust appellierte an die Parteien, noch einmal zu beraten.

Die mitregierenden Grünen in Rheinland-Pfalz zeigten sich am Freitag bereit, auch mit der AfD zu debattieren. „An uns rheinland-pfälzischen Grünen werden keine Wahlkampfdiskussionen zur Landtagswahl scheitern“, erklärten die Spitzenkandidaten Eveline Lemke und Daniel Köbler.

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