Teodor Currentzis erhielt am Donnerstagabend großén Applaus bei seinem Einstandskonzert. Foto: SWR-Presse/Bildkommunikation

Fast das komplette Publikum im Beethovensaal applaudierte am Ende im Stehen: Unter Anwesenheit von beträchtlich viel (Kultur-)Prominenz feierte Teodor Currentzis einen triumphalen Einstand als neuer Chefdirigent des SWR Symphonieorchesters.

Stuttgart - Für sein Einstandskonzert hatte Currentzis ein monumentales Werk ausgewählt: Gustav Mahlers dritte Sinfonie, mit großer Orchesterbesetzung, dazu Frauenchor, Kinderchor und eine Soloaltistin. Eine Herausforderung für Orchester und Publikum – nicht nur was die Länge des Werks anbelangt. Über dreißig Minuten dauert allein der erste Satz, den Currentzis in schonungsloser Drastik ausspielen ließ.

Graziös leicht gelang der zweite Satz, im dritten brillierte der Solotrompeter Jörg Becker als Posthornist. Im vierten Satz mit der Altistin Gerhild Romberger vermisste man etwas Ruhe und Konzentriertheit, während der groß angelegte Finalsatz, einer der bewegendsten Sätze der Musik überhaupt, merklich unter Currentzies Neigung zu Dauerspannung und Überphrasierung litt.

Das SWR Symphonieorchester musizierte auf der sprichwörtlichen Stuhlkante, meist homogen und technisch hochklassig. Eine ausführliche Kritik erscheint am Freitag.

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