Niklas Koroll lässt sich in der Verbandsliga auch von massivem Widerstand nicht beirren und bleibt dem SV Fellbach wie Niklas Hofmeister, Fabijan Domic und Matteo Binner bis 2024 erhalten.
Zwei waren am falschen Platz. Sie tauchten am Samstag an der Kasse vor dem Max-Graser-Stadion auf, weil sie dort, in Fellbach, das Pokalfinale des Württembergischen Fußballverbandes (WFV) vermuteten. Birgit Beyer, einigermaßen überrascht im Kassenhäuschen, konnte den Sachverhalt aufklären. Nein, hier stehe ein Verbandsliga-Spiel bevor, teilte die ehrenamtlich Engagierte am Eingang sinngemäß mit. Kein Pokalfinale. Die zwei mit dem ja gar nicht so nah gelegenen Ziel hatten sich ordentlich verfranzt. Dem Schreiber dieser Zeilen ist unbekannt, ob sie es noch rechtzeitig ins Gazi-Stadion in Degerloch geschafft haben. Dort gewannen die Stuttgarter Kickers – immerhin ein wenig später am Samstagnachmittag – vor 7300 Zuschauern nach Elfmeterschießen mit 5:4 gegen das Regionalliga-Team des SSV Ulm. In Fellbach hätten die Verirrten aber schon auch eine spannende Begegnung samt spät erzieltem Heimsieg erleben können. Der eingewechselte Samuel Wehaus, 23, traf in der dritten Minute der Nachspielzeit noch zum 3:2-Erfolg des SV Fellbach gegen den TSV Essingen. Ein Tor, das Fakten geschaffen hat: Die fünftbeste Mannschaft der Rückrunde ist jetzt kein Abstiegskandidat mehr. Die Akteure um den Trainer Ioannis Tsapakidis haben drei Spieltage vor Schluss bereits 51 Punkte beisammen. Und 51 Punkte sind mehr als genug für den Ligaverbleib. Nicht aber genug für den Tabellenachten. Ioannis Tsapakidis will die Saison mit 57 oder gar 60 Punkten abschließen. Er kann dabei nicht zuletzt und immer weiter auf Niklas Koroll setzen. Das Eigengewächs, ein Leichtgewicht, stemmte sich am Samstag unerschrocken in die Zweikämpfe mit Tim Ruth, einem Gegenspieler mit den Ausmaßen eines geräumigen Kleiderschranks. Talent trotzte massivem Widerstand. Und gewann. Auch den zwei versprengten Pokalfreunden hätte die Vorstellung des 22-Jährigen sicher gut gefallen. Zum insgesamt erneut ansprechenden Auftritt der Jüngeren aus der abteilungseigenen Fußballschmiede passt diese Nachricht aufs Beste: Niklas Koroll, unser Spieler des Tages, hat nun wie der Torschütze Niklas Hofmeister, 19, Fabijan Domic, 21, und Matteo Binner, 21, allesamt anhaltend in der Startformation, seine Vereinbarung mit dem SV Fellbach um weitere zwei Jahre, bis 2024, verlängert. „Ich freue mich sehr, mit den Jungs in der kommenden Saison die nächsten Schritte zu gehen, und wünsche mir, dass Sie nahtlos an Ihre bisher gezeigten Leistungen anknüpfen können“, sagt der designierte Cheftrainer Mario Marinic.
Unerschrocken: Niklas Koroll vom SV Fellbach zeigt erneut seine Qualitäten
Wenn der Trainer Mario Marinic kurz vor Ende der Spielzeit mit den Oberliga-Fußballern der TSG Backnang von einer „Saison der Superlative“ spricht, dann hat das unbedingt auch mit einem seiner Spieler zu tun: mit Mario Marinic. Der 37-jährige Angreifer schnürt sich in der nun bald endenden Runde letztmalig die Kickschuhe, und mit bisher 24 Treffern (von insgesamt 83 Toren der Mannschaft) hat er erneut maßgeblichen Anteil am Erfolg des TSG-Teams. Zwei Spieltage vor Schluss und nach dem 4:1-Erfolg am Samstag beim 1. FC Bruchsal (mit zwei Toren von Mario Marinic) finden die Backnanger sich auf dem dritten Tabellenplatz – hinter den aufstiegswilligen (Profi-)Mannschaften des SGV Freiberg und der Stuttgarter Kickers. „Wir sollten die Tabelle ausdrucken und einrahmen. Ich bin unglaublich stolz auf das, was wir geleistet haben“, sagt Mario Marinic. Der Fußballverrückte, wie er sich gern selbst bezeichnet, hat ja zuletzt mehrere Aufgaben zu bewältigen: als Trainer der TSG Backnang, als Spieler der TSG Backnang und als künftiger Trainer des SV Fellbach in der Verbandsliga. Nur Trainer, denn als Spieler kehrt Mario Marinic im Sommer nicht wieder zurück. Obwohl er schon ein paar Anfragen hatte. Er freut sich auf seine neue Aufgabe in Fellbach, doch zunächst steht am Samstag in Backnang noch das finale Heimspiel – gegen die Gäste des FSV 08 Bissingen – auf dem Programm. „Das wird ein Fußballfest, aber auch eine sehr emotionale Geschichte. Das war das schönste, wenn auch das anstrengendste Jahr; einen besseren Abschluss hätte ich mir nicht wünschen können.“ Am 4. Juli beginnt dann die Saisonvorbereitung beim SV Fellbach.
Florian Frenkel zieht sich einen Außenbandriss im rechten Knöchel zu
Florian Frenkel hat sich am Sonntag im Heimspiel der Landesliga-Fußballer des TV Oeffingen gegen die TSG Öhringen einen Außenbandriss im rechten Knöchel zugezogen. Die Befürchtungen des Spielers, dass der Knöchel gar gebrochen sei („Ich habe ganz komische Geräusche gehört“) –, wurden beim Röntgen nicht bestätigt. Auch Mario Mutic, der Torschütze zum 2:0 beim 2:1-Sieg über den Tabellenletzten, musste nach einem Pferdekuss das Spielfeld vorzeitig verlassen. Bis zur 57. Minute hatte der 27-Jährige alles gegeben, war agiler Vorbereiter und Vollstrecker gewesen und hat sich damit als Spieler des Tages empfohlen. Für lange Zeit wird nun allerdings ein anderer, Mandip-Pal Singh, keinen Anspruch auf diesen Titel erheben können. Der Oeffinger wurde nach der Roten Karte eine Woche zuvor beim 2:4 in Leingarten für neun Partien gesperrt. Für den Trainer Haris Krak steht die Strafe in keinem Verhältnis zur Tat des Spielers: „Ich weiß nicht, ob es was nützt, aber wir werden wohl Einspruch einlegen.“