Aristidis Perhanidis erzielt das Fellbacher Führungstor. Foto: Nicklas Santelli

Die Fußballer des SV Fellbach sind derzeit in der Verbandsliga offenbar nicht aufzuhalten und setzen sich nach einem 1:2-Rückstand auch wieder gegen den TSV Essingen durch – und wieder mit 3:2.

Ein paar Minuten nach dem Abpfiff wuchtete der Abteilungsleiter Mathias Fischer am Samstag eine Kiste mit Kaltgetränken auf den Rasen des Max-Graser-Stadions. Man soll die Siege feiern, wie sie fallen. Und gar nicht so wenig Spaß bringt das ja gewiss, wenn sie einigermaßen überraschend gefallen sind. Die Fußballer des SV Fellbach, die da zum Teil ermattet auf dem Grün saßen, hatten mitunter davor schon ein bisschen ermattet gewirkt nach all den hübsch belohnten Anstrengungen der vergangenen Wochen. Sie waren diesmal nicht die Besseren. Aber das war ihnen herzlich egal, weil sie am Ende erneut einen Erfolg in der Verbandsliga davontragen konnten, die Gäste vom TSV Essingen tatsächlich noch wie im Hinspiel mit 3:2 bezwangen.

 

Die Fellbacher waren diesmal nicht die Besseren, aber das war ihnen egal

Im Zweifel nimmt offenbar auch solch ein Spiel noch einen entzückenden Ausgang für jene, bei denen es gerade mal so richtig läuft. Ein Spiel, in dem die Mannschaft des SV Fellbach nach starker Anfangsphase und dem Führungstor von Aristidis Perhanidis (16.) nicht mehr viel von jenen Qualitäten zeigen konnte, die ihr bis dahin eine beeindruckende Rückrunde eingebracht hatten. So gut sind die Akteure um den Cheftrainer Ioannis Tsapakidis seit Wochen, dass sie jetzt ungeachtet der sechs, sieben Absteiger kein Kandidat mehr sind für den Rückfall in die Landesliga. Am Samstagnachmittag allerdings waren sie vor den 220 Zuschauern sehr lange kein Kandidat mehr für den Sieg, den 15. in dieser Saison. Den Gastgebern unterliefen nach

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und nach Unachtsamkeiten. Sie ließen den Männern des TSV Essingen zu viele Freiräume auf dem Platz. Der Tabellenfünfte, in der Hinserie noch Titelanwärter, dominierte folgerichtig bald das Geschehen und ging nach Yusuf-Serdar Cobans Ausgleich (39.) mit dem Kopfballtreffer von Yamoussa Camara (43.) in Führung.

Die Tore von Niklas Hofmeister und Samuel Wehaus drehen das Geschehen

Wenig deutete nach der Pause auf eine Wendung der sportlichen Begebenheiten hin. „Wir haben das an sich gut gemacht, aber nicht gut genug“, sagte der Essinger Trainer Simon Köpf. Denn die Spielkontrolle seiner Elf endete abrupt in der 76. Minute. „Wir haben aus dem Nichts das Spiel gewonnen“, sagte Ioannis Tsapakidis. Nach Vorarbeit des eingewechselten Samuel Wehaus und des zwar sichtlich geschlauchten, aber irgendwie unverwüstlichen Fabijan Domic erzielte der immer noch erst 19-jährige Niklas Hofmeister mit feinem Abschluss den Treffer zum 2:2-Ausgleich. Ein Punkt also, nicht ganz schlecht an diesem Tag. Aber doch nicht immer genug für den SV Fellbach in diesen Tagen. In der 93. Spielminute köpfte mithin Samuel Wehaus den Ball sehr entschlossen aus kurzer Distanz zum neuerlichen 3:2-Erfolg ins Tor des TSV Essingen.

Der 23-jährige Angreifer, lange verletzt, verkörperte an diesem Nachmittag wie etwa auch Niklas Koroll, 22, den Widerstandsgeist des Fellbacher Teams. Am Ende wuchteten sich Wehaus und Weggefährten noch zum nächsten Sieg, weshalb wenig später der Abteilungsleiter als Dankeschön gern eine Kiste mit Kaltgetränken auf den Rasen des Max-Graser-Stadions wuchtete. SV Fellbach: Gutsche – Jäkel (85. Müller), Binner, Parharidis, Koroll, Hofmeister, Miller (63. Wehaus), Ferati, Perhanidis (46. Arslan), Domic, Braun.