Wer will, kann im Sushilädle in der Fellbacher Bahnhofstraße die bestellten fischigen Leckereien komplett kontaktlos abholen. Dafür hat sich das Ehepaar Sommer etwas einfallen lassen.
Fellbach - Genau wie alle ihre Mitstreiter aus der Gastronomie wissen Andreas und Iris Sommer momentan weder wann sie endlich wieder Gäste in ihrem Sushilädle empfangen dürfen, noch wie das dann genau ablaufen wird. Aber eines wissen sie ganz genau: „Es wird erst mal verboten sein, über Corona zu sprechen. Das können wir doch langsam alle nicht mehr hören. Nur schöne Themen sind erlaubt“, sagt Andreas Sommer, der sich genau wie seine Frau Iris einfach nur darauf freut, wenn wieder Leben in der Bude ist.
Das Restaurant gibt es nun im siebten Jahr
Das Ehepaar betreibt das kleine Restaurant in der Bahnhofstraße bereits im siebten Jahr. Zum fünfjährigen Bestehen hatten die Zwei ein Zelt aufgebaut und 100 Gäste empfangen. Durch Corona wurde es schlagartig ruhig, aber die treue Kundschaft – sie kommt teils auch aus weiter entfernten Gegenden wie Schwäbisch Gmünd oder dem Schwarzwald – hat sie nicht im Stich gelassen. „Ich habe das Gefühl, dass einige sich sogar öfters was holen und auch mehr als sonst“, sagt Iris Sommer.
Das verwundert nicht angesichts der coronakonformen Bestell- und Abholmöglichkeiten. Direkt zum Start des ersten Lockdowns bot das Ehepaar an, das Essen online auszuwählen und zu bezahlen. Kam der Gast, wurde seine Bestellung vor die Fensterschleuse gelegt und diese wieder geschlossen. „So konnte wer wollte bei uns wirklich komplett kontaktlos und sorgenfrei zu seinem Sushi in der praktischen Kühltasche kommen. Nicht mal das EC-Gerät musste berührt werden“, sagt Andreas Sommer. Mittlerweile gebe es ein Plexiglas. Wer wolle, könne auch vor Ort bezahlen, sagt der Chef, der früher bei einem großen Caterer gearbeitet hat. Dort entdeckte er seine Vorliebe für rohen Fisch und Reis. „Ich ging in Fellbach zur Schule. Als ich hörte, dass hier ein Laden leer steht, wollte ich dort mein Sushilädle aufmachen“, sagt er.
Ehefrau ist komplett mit eingestiegen
Und das lief schnell so gut, dass seine Frau komplett mit in die Gastronomie eingestiegen ist. Die Zutaten erhalten Iris und Andreas Sommer von verschiedenen ausgewählten Lieferanten. Lachs beziehen sie beispielsweise von der Deutschen See. Jacobsmuscheln aus Kanada kommen von einem Großhändler aus München. Auch für besondere Anlässe in der Coronazeit habe man sich Ideen überlegt. So gab es Muttertags-, Silvester- oder Valentinstagsspecials. „So was brauchen die Menschen in der Pandemie, auch unsere bunten Variationen kamen an“, sagt Andreas Sommer, der sehr froh ist, dass er und seine Frau dank der überschaubaren Größe, der Lage und den Stammkunden relativ unbeschadet durch die Krise kommen.
Vielleicht aber auch, weil sie ihren Humor nicht verloren haben. „Hochzeiten begleiten wir jetzt schon mal drei statt einem halben Jahr. Das Fest wird ja immer wieder verschoben. Aber was soll’s, dann wird es eben besonders gut.“