Über 1000 Fans schauten sich im Ufa-Palast den Super Bowl an. Foto: Andreas Rosar Fotoagentur-Stuttg

Wen eines der größten Einzelsportereignisse der Welt steigt, sind auch die Stuttgarter im Fieber. In der Nacht zum Montag wurde im Ufa-Palast der Super Bowl gezeigt. Der Andrang war riesig.

Stuttgart - In der Lobby des Ufa-Palasts geht es zu wie im Taubenschlag. In der Nacht zum Montag steigt das amerikanische Sporthighlight des Jahres: Beim Super Bowl treten die besten Football-Teams des Jahres gegeneinander an. Auch in Stuttgart ist das große Finale zwischen den Kansas City Chiefs und den San Francisco 49ers ein Großereignis, das die Chiefs am Ende mit 31:20 gewinnen sollten. 1200 Fans strömen in mehrere Kinosäle. Bereits kurz nach dem Einlass um 22.15 Uhr bilden sich lange Schlangen vor der Abendkasse. 15 Euro kostet ein Ticket.

Um die Wartezeit zu überbrücken verteilt ein Mitarbeiter des Veranstalters Gummibärchen aus einem Plastikhelm der New England Patriots. Gegenüber der Abendkasse duftet es nach Bratfett. Ein Food Truck ist angekommen. Sofort bildet sich eine Schlange, ein Chili Cheese Burger nach dem anderen geht über die Theke. Cheerleader laufen durch die Gänge, die Live-Übertragung eines deutschen TV-Senders flimmert auf großen Bildschirmen auf allen Stockwerken.

Fast nur Männer im Publikum

Ein Stand bietet Süßigkeiten amerikanischer Art: Cola von Dr. Pepper, Erdnussbutter-Riegel und Twinkies zum Beispiel, mit Vanillecreme gefüllte Küchlein. In den Kinosälen ist die Stimmung ausgelassen. Bierflaschen klirren, Popcorn liegt auf dem klebrigen Boden. Erst als die Sängerin Demi Lovato um 0.30 Uhr die amerikanische Nationalhymne intoniert, wird es still. „Gänsehaut“, sagt ein Mann zu seinem Nebensitzer.

Das Publikum im Ufa ist homogen: 95 Prozent Männer, die meisten davon zwischen 18 und 30 Jahre jung. Sie tragen Caps, Kapuzenpullis und Mützen bekannter Teams der National Football League (NFL), manchmal auch von deutschen Teams. „Diese Stimmung hier, das ist schon was anderes, als wenn man das mit drei, vier Leuten zu Hause anschaut“, sagt Alexander Wieser. Der 18-jährige Gerlinger ist Football-Fan. Warum? „Das Besondere ist, dass es eine Sportart für jedermann ist, dick oder dünn, groß oder klein“, so Wieser, der mit seinen Kumpels gekommen ist. Mit ihnen schlägt er sich so manche Nacht um die Ohren, um Spiele zu verfolgen.

So auch Tim Rüstig. Der 27-jährige Stuttgarter verfolgt den Superbowl schon seit sechs Jahren stets in voller Länge, ebenso wie viele reguläre Saisonspiele der NFL. Er hat einen klaren Tipp für die Nacht. „Kansas hat mich in den Playoffs sehr überzeugt. Sie haben einen sehr jungen Quarterback. Der hat wahrscheinlich Muffensausen. Aber wenn sie es ruhig durchziehen und sich nicht von der Kulisse beeindrucken lassen, dürfte es eine sichere Sache sein.“ Den Superbowl schaue er nicht nur als Sport, sondern als mediales Event. Dabei zu sein sei toll – auch unabhängig von der Qualität des Spiels.

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