Patrick Mahomes ist amtierender MVP und steht mit seinen Chiefs nun erstmals im Super Bowl. Foto: imago images/UPI Photo/KYLE RIVAS

Mark Nzeochas San Francisco 49ers treffen im 54. Super Bowl auf die Kansas City Chiefs mit Star-Quarterback Patrick Mahomes. Die beiden Teams setzten sich in ihren Halbfinal-Duellen souverän durch und träumen nun vom Titel.

Köln/Kansas City - Nach seiner nächsten Gala reckte Patrick Mahomes die Arme triumphierend in den Himmel und ließ sich von den frenetischen Fans im Arrowhead Stadium feiern, dann richtete der einmal mehr überragende Quarterback im Konfettiregen den Blick schon nach vorne. „Wir sind noch nicht fertig, wir werden den letzten Schritt gehen“, versprach Mahomes, nachdem er die Kansas City Chiefs zum 35:24 gegen die Überraschungsmannschaft Tennessee Titans und damit erstmals seit 50 Jahren wieder in den Super Bowl geführt hatte.

Dort geht es am 2. Februar (ProSieben) in Miami gegen die San Francisco 49ers, die in ihrem Halbfinale die Green Bay Packers mit 37:20 bezwangen - und dem deutschen Linebacker Mark Nzeocha das perfekte Geschenk zu dessen 30. Geburtstag bereiteten. Mit einem Sieg würde Nzeocha zum dritten deutschen Super-Bowl-Champion nach Markus Koch und Sebastian Vollmer aufsteigen.

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Schon während der Hauptrunde, die die Kalifornier als bestes Team der National Football Conference (NFC) abschlossen, habe er von Freunden und Bekannten schon viele Ticketanfragen erhalten, sagte Nzeocha vor geraumer Zeit im Gespräch mit n-tv.de. Nun, da das Traditionsteam kurz vor dem ganz großen Wurf steht, wird der gebürtige Franke wohl noch ein paar weitere Karten auftreiben müssen.

Raheem Mosterd als dominierender Akteur

Wie die Chiefs hatten auch die 49ers einen dominierenden Akteur: Running Back Raheem Mostert sorgte für vier Touchdowns und 220 Yards Raumgewinn. Kicker Robbie Gould steuerte drei Field Goals bei, zudem ließ die Defense Packers-Quarterback Aaron Rodgers nicht zur Entfaltung kommen.

49ers-Spielmacher Jimmy Garoppolo, der im Gegensatz zu Mahomes als Backup von Tom Brady bereits zweimal den Super Bowl mit den New England Patriots gewonnen hat, verlebte einen ruhigen Abend. „Ich glaube, ich habe beim Aufwärmen mehr Bälle geworfen“, scherzte er angesichts seiner acht Passversuche. Mehr war nicht nötig, weil die Kalifornier im Laufspiel schlicht nicht zu stoppen waren. „Wenn etwas funktioniert, bleibst du dabei“, sagte Coach Kyle Shanahan.

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Bei den Chiefs funktionierte Mahomes - und wie! 23 seiner 35 Versuche kamen an, dabei landete er drei Touchdown-Pässe. Wenn es mit Würfen nicht klappte, improvisiert er. Wie kurz vor der Pause, als er den Ball mit einem Lauf über 27 Yards selbst in die Endzone trug und die Chiefs erstmals in Führung brachte. Als Mahomes dann vor laufenden Kameras Rede und Antwort stand, unterbrach sein Teamkollege Travis Kelce kurzerhand das Interview. „Dieser Kerl hier“, brüllte der Tight End und legte seinen Arm um den überraschten Mahomes, „ist verdammt nochmal der beste Quarterback der Liga.“

Kann Andy Reid den Stempel des Unvollendeten ablegen?

Diese Qualitäten muss der wertvollste Akteur der vergangenen Saison (MVP) auch in zwei Wochen im größten Spiel seiner Karriere unter Beweis stellen. Es ist auch die Chance für Chiefs-Trainer Andy Reid, den Stempel des Unvollendeten abzulegen. „Wir können all die Berichte nicht mehr hören, dass er das große Ding nicht holen kann“, meinte Kelce über Reid, der seit 1992 als Coach in der NFL aktiv ist, den Titel aber noch nicht gewonnen hat: „Wir werden das Gegenteil beweisen.“

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