Sonnenbrand schädigt die Haut nachhaltig Foto: dpa

Der Stuttgarter Dermatologe Heiko Grimm erklärt im Interview, warum der Internettrend „sunburnart“ so gefährlich ist und wie man die Haut vor Sonnenbrand schützt.

Stuttgart, - Herr Grimme, was denken Sie über den Trend im Netz mit dem Namen „sunburnart“, wo sich Nutzer mit einem Sonnenbrand Motive auf die Haut brennen?
Es gibt immer Menschen, die verrückte Dinge tun. Es ist nicht akut lebensbedrohlich, wenn man mal einen Sonnenbrand hat. Aber man darf nicht vergessen, dass jeder Sonnenbrand addiert wird und so schlecht für die Haut ist. Der Trend ist kein verantwortungsvoller Umgang mit dem eigenen Körper.
Wie schädigt ein Sonnenbrand die Haut?
Auf mittlere und lange Sicht ist Hautkrebs die gefährlichste Nebenwirkung. Dazu muss es gar nicht zu einem Sonnenbrand kommen. Zu viel Sonne verändert die Zellen der Haut. Sie werden geschädigt und das Erbgut verändert sich. Entartete Zellen wachsen und können zu Krebsgeschwüren führen. Hinzu kommt, dass die Sonne das Immunsystem schwächt. Normalerweise würde der Körper entartete Zellen aussortieren und zerstören. Wenn aber das Immunsystem nicht richtig arbeitet, geschieht das nicht. Die veränderten Zellen können ungehindert wachsen. Zusätzlich lässt die Sonne die Haut schneller altern.
Wie schützt man sich vor der Sonne?
Es ist keine Lösung aus Angst überhaupt nicht mehr in die Sonne zu gehen. Denn der Körper braucht Sonne um Vitamin-D zu bilden. Wer in die Sonne gehen will, sollte seine Haut schützen. Eincremen mit Sonnencreme ist besonders wichtig. Leider tragen viele Menschen zu wenig auf.
Wie viel Sonnencreme ist denn richtig?
Ich sage meinen Patienten immer, sie sollen sich kräftig eincremen und danach normal genauso stark. Man muss viel mehr Sonnencreme nehmen als die meisten denken. Wenn die Creme nicht dick genug aufgetragen wurde, kann auch der Lichtschutzfaktor nicht richtig wirken. Durch mehrfaches Eincremen wird aus einem Faktor 50 kein Faktor 100.
Wie kann man sich sonst noch schützen?
Lange Kleidung schützt die Haut am besten. Außerdem sollte man nicht um die Mittagszeit in die Sonne gehen, wenn sie am höchsten steht und die UV-Strahlung am intensivsten ist. Am frühen Vormittag und am späten Nachmittag ist die Sonne verträglicher.
 
Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: