Suizid in Afghanistan Familie beerdigt abgeschobenen Dschamal M.

Von red/dpa 

Menschen gedenken vor dem Bundesinnenministerium mit einem symbolischen Sarg Dschamal M., der sich nach seiner Abschiebung in Kabul das Leben genommen hat. Foto: dpa
Menschen gedenken vor dem Bundesinnenministerium mit einem symbolischen Sarg Dschamal M., der sich nach seiner Abschiebung in Kabul das Leben genommen hat. Foto: dpa

Zehn Tage, nach dem sich der aus Deutschland abgeschobene Afghane Dschamal M. erhängt hat, hat ihn seine Familie beigesetzt.

Kabul - Kabul (dpa) - Rund zehn Tage nach dem Selbstmord des aus Deutschland abgeschobenen Afghanen Dschamal M. in Kabul hat die Familie den jungen Mann in Nordafghanistan beerdigt. Am Sonntag sei die Trauerfeier gewesen, sagte sein Bruder, der nicht mit Namen genannt werden wollte, der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Er habe die Leiche am Freitag aus dem Leichenschauhaus in Kabul abgeholt und mit dem Flugzeug nach Masar-i-Scharif gebracht, Hauptstadt der Provinz Balch. Sein Vater habe vom Tod seines Sohnes in den Fernsehnachrichten erfahren, sagte der 28-Jährige.

Nach rund acht Jahren in Deutschland war Dschamal M. am 3. Juli aus Hamburg abgeschoben worden. Nach Erkenntnissen der dpa hatte er sich in der Übergangsunterkunft in Kabul kurz nach der Ankunft erhängt. Der dramatische Fall war in Deutschland mitten in eine erhitzte Debatte über die Asylpolitik gefallen.

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