Vor einem Jahr wurde die neue Kulturhalle eingeweiht. Foto: /Michael Steinert

Der Neubau auf dem Areal der früheren Kammgarnspinnerei ist beliebt, nicht nur bei den Bürgern der Stadt. Das zweite Saisonprogramm mit vielen Veranstaltungen ist soeben gestartet.

Süßen - Die neue Kulturhalle in Süßen wird angenommen. Die Veranstaltungen sind gut bis sehr gut besucht, außerdem sind die Räume für Hochzeiten, andere private Feste sowie Firmenfeiern und Tagungen gefragt. „Und das ganz ohne Werbung, das hat sich schnell herumgesprochen“, zieht Katharina Weißenborn eine Bilanz. Sie ist bei der Stadtverwaltung zuständig für das Management der Kulturhalle und das Vereinswesen. Sie ist zuversichtlich, dass die zweite Spielzeit genauso gut läuft wie die erste. Der Kartenvorverkauf sei gut angelaufen. Den Auftakt bestritt am Samstag das Jasmin Kolberg Trio.

Knapp 13 Millionen Euro hat sich die Stadt die neue Kulturhalle und die benachbarte neue Sporthalle auf dem Gelände der früheren Kammgarnspinnerei kosten lassen. Dass sich die Investition gelohnt hat, steht für Katharina Weißenborn außer Frage. Ein weiser Entschluss sei gewesen, Kultur und Sport zu trennen. „Es ist etwas anderes, wenn man ein Konzert unter einem Basketballkorb hört“, erklärt sie. Einen großen Spielraum biete auch, dass die Halle zum Foyer hin geöffnet werden könne. „Dann haben wir 420 Plätze, ohne Foyer sind es 350.“ Bei den Veranstaltungen mache der Anteil des Publikums aus Süßen ein Drittel aus. Zwei Drittel kämen aus der Umgebung, manche sogar aus Ulm oder Stuttgart.

Ausverkauftes Haus bei Millowitsch und Sittler

Was das Programm angeht, sieht sich Katharina Weißenborn noch in der Erkundungsphase. Sie legt Wert darauf, einen Spielplan zu bieten, der sich abhebt von den Programmen anderer Kultureinrichtungen in der Umgebung. Ihr Repertoire spannt sich vom klassischen Theater über das klassische Konzert bis hin zu Lesungen, Kabarett und schon auch mal „gefälligeren Sachen“, wie sie sagt. Ein Experiment war in der ersten Spielzeit die Lesung „Alte Liebe“ mit Mariele Millowitsch und Walter Sittler. „Zum Glück habe ich freie Hand und darf auch Künstler verpflichten, die ein bisschen mehr kosten“, sagt sie. Der Erfolg gab ihr recht. Die Halle war brechend voll, und sie holte die beiden Künstler zwei Monate später noch einmal nach Süßen. „Binnen 24 Stunden war auch diese Veranstaltung ausverkauft“, erzählt sie. Deshalb hat sie Walter Sittler auch in dieser Spielzeit wieder eingeladen. Am 1. Februar liest und spielt er Dieter Hildebrandt.

Neuland betritt sie auch in der aktuellen Spielzeit. Eine Woche nach Ostern plant sie einen Workshop mit dem international bekannten Künstlerpaar Rafael Sotomayor und Kate Stone. Sie führen in die Welt der Opsilon-Handpan ein, eines Instruments, das, so sagt man, die Seele der Menschen berühre. Rafael Sotomayor, der vor wenigen Monaten mit seiner Frau nach Süßen gezogen ist, stellt die Handpans selbst her. Ein weiterer Coup ist Katharina Weißenborn mit der Verpflichtung des Schauspielers und Musikers Jan Josef Liefers und seiner Band „Radio Doria“ für einen Auftritt am 17. Mai gelungen. Außerdem zieht sie eine „kleine Reihe“ mit jungen Künstlern auf.

Unter der Woche geht nichts

Wie wichtig es ist, an welchen Tagen Veranstaltungen angesetzt sind, hat sie schnell lernen müssen. „Unter der Woche geht so gut wie gar nichts“, sagt sie. Deshalb finden die Veranstaltungen im neuen Programm mit Ausnahme des Silvesterkonzerts mit den Stuttgarter Salonikern ausschließlich an Freitagen, Samstagen und Sonntagen statt.

Komplett ausgebucht ist die benachbarte dreiteilbare Sporthalle von Schulen und Vereinen. An den Wochenenden finden dort auch Spiele statt. „Wir mussten jetzt schon Kompromisse eingehen, weil sie so nachgefragt ist“, sagt Weißenborn.

Kleinkunst, Kabarett, Konzerte, Theater

Mit ihrer Figur „Die Prenzlschwäbin“ treibt Bärbel Stolz das Klischee der Öko-Yuppie-Muttis auf die Spitze. Am 9. November gastiert sie mit ihrem Programm „#ischdesbio“ in Süßen. Der Beginn ist um 20 Uhr.

Die Stuttgarter Saloniker lassen am Dienstag, 31. Dezember, von 19.30 Uhr an mit ihrem Silvesterkonzert das alte Jahr ausklingen. Der Clou: Die Pausenbewirtung übernehmen die Musiker.

Der Schauspieler Walter Sittler liest und spielt am 1. Februar um 19.30 Uhr Dieter Hildebrandt.

Die Württembergische Landesbühne Esslingen spielt am 1. März im Rahmen des Süßener Kulturfrühlings das Stück „Der zerbrochene Krug“ von Heinrich von Kleist. Es beginnt um 19 Uhr.

Rafael Sotomayor und Kate Stone weihen vom 13. bis zum 18. April in die Geheimnisse der Opsilon-Handpan ein. Der internationale Kurs beginnt mit einem Meisterkonzert und endet mit einem Teilnehmerkonzert.

Mit ihrem neuen Programm ist die Kanzlersouffleuse Simone Solga am 5. Februar um 19.30 Uhr in der Kulturhalle zu Gast.

Jungen Künstlern wird in der Kleinen Reihe ein Podium geboten. Am 10. Januar gibt es um 19.30 Uhr ein Gesprächskonzert mit Anna Escala (Sopran), J. Marc Reichow (Klavier) und Jan Kopp (Vortrag) über Johann Georg Fischer. „Über alle Grenzen“ lautet der Titel eines Konzerts am 3. Juli mit Maria Wehrmeyer (Violine) und Julius Schepansky (Akkordeon).

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