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Wegen des schwächelnden Zuckergeschäfts will Südzucker zwei Fabriken in Frankreich schließen. Französische Rübenanbauer protestieren in Mannheim.

Mannheim - Französische Rübenanbauer haben am Dienstag in Mannheim gegen die geplante Schließung zweier Zuckerwerke der Südzucker AG protestiert. Bei einer Stilllegung der Fabriken in Cagny (Normandie) und Eppeville (Hauts-de-France) verlören rund 2500 Landwirte etwa 40 Prozent ihres Einkommens, erläuterte der Präsident des Verbandes der Rübenanbauer, Franck Sander, bei einer Kundgebung vor der Konzernzentrale.

Hinzu kämen noch 250 Arbeitsplätze in den Fabriken selbst sowie zahlreiche mittelbar Betroffene. „Es ist ungerecht, dass vor allem Frankreich die Last tragen soll“, sagte er vor rund 200 Demonstranten. „Wir werden nicht zulassen, dass die französische Zucker- und Rübenindustrie abgebaut wird.“ Zwei weitere Fabriken in Nordfrankreich bleiben bestehen.

„Wir haben die feste Absicht, diese Fabriken zu schließen“

Sander will der Südzucker-Geschäftsführung vorschlagen, dass die Bauern die beiden bedrohten Fabriken übernehmen, sollte deren Betrieb im kommenden Jahr wirklich eingestellt werden. Südzuckersprecher Dominik Risser betonte: „Wir haben die feste Absicht, diese Fabriken zu schließen.“ Ziel sei ein Abbau von Überkapazitäten, der dem Konzern erlaube, sich auf den europäischen Markt zu konzentrieren. Vom Weltmarkt mit seinen extremen Wettbewerbsverzerrungen infolge von Subventionen für die Anbauer etwa in Indien und dauerhaften Tiefpreisen werde sich das Unternehmen zurückziehen.

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