Wichtig für die Diagnose: Ein HIV-Suchtest Foto: KEYSTONE

Weniger Menschen in Baden-Württemberg haben sich im vergangenen Jahr mit dem Aidserreger HIV infiziert. Auch bundesweit haben sich die Zahlen verringert.

Stuttgart - Weniger Menschen in Baden-Württemberg haben sich im vergangenen Jahr mit dem Aidserreger HIV infiziert. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag mitteilte, wird die Zahl der Neuinfektionen 2017 auf etwa 250 geschätzt - darunter rund 190 Männer. Das sind rund 20 Betroffene weniger als im Jahr 2016, wo es nach neuen Modellrechnungen noch geschätzt rund 270 Neuinfektionen gegeben haben soll. Auch bundesweit haben sich die Zahlen verringert.

Die Gründe für den Rückgang der Infektion könne man nur vermuten, sagte eine RKI-Sprecherin. Bundesweit gingen beispielsweise immer mehr infizierte Menschen überhaupt zum Arzt und ließen sich behandeln. Eine HIV-Behandlung sei wichtig, weil Betroffene dadurch nicht mehr infektiös seien und der Virus nicht mehr verbreitet werde, sagte die Sprecherin weiter.

Viele Diagnosen werden erst Jahre nach der Infektion gestellt

Experten gingen vergangenes Jahr davon aus, dass 2016 nach neuen Modellrechnungen schätzungsweise insgesamt rund 11 100 Menschen in Baden-Württemberg mit einer HIV-Infektion lebten. Davon rund 1100 ohne eine Diagnose. 2017 lebten im Südwesten nach Schätzungen des RKI von rund 10 300 Betroffenen noch rund 1000 HIV-Infizierte ohne eine Diagnose.

Die Angaben der HIV-Neuinfektionen werden jährlich neu zusammengestellt und basieren auf geschätzten Modellrechnungen des RKI, da viele Diagnosen erst Jahre nach der Infektion erkannt werden.

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