Stammsitz der Südwestdeutschen Medienholding in Stuttgart Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Die Südwestdeutsche Medienholding (SWMH), zu der unter anderem die „Stuttgarter Zeitung“, die „Stuttgarter Nachrichten“ und die „Süddeutsche Zeitung“ gehören, geht mit hohen Investitionen in die digitale Offensive. Damit ist auch ein Stellenabbau verbunden.

Stuttgart - Die Südwestdeutsche Medienholding (SWMH), mit einem Umsatz von fast einer Milliarde Euro die größte Zeitungsgruppe in Deutschland, will in den kommenden zwei Jahren mehr als 100 Millionen Euro investieren, um mehr Wachstum zu generieren, die digitalen Angebote auszubauen und sich wettbewerbsfähiger aufzustellen. Damit reagiert das Medienunternehmen, zu dem neben Regionalzeitungen wie die „Stuttgarter Zeitung“ und die „Stuttgarter Nachrichten“ auch die überregionale „Süddeutsche Zeitung“ und Fachinformationsverlage gehören, auf rückläufige Auflagen der gedruckten Zeitungen und Einbrüche im Werbemarkt.

„Wir wollen mit allen Verlagen weiterhin Top-Journalismus anbieten und im deutschsprachigen Raum Abo-Marktführer für Qualitätsmedien und Fachinformationen werden“, sagte SWMH-Geschäftsführer Christian Wegner am Dienstag, wo er den Mitarbeitern bei Veranstaltungen in Stuttgart und München die umfassende Unternehmensstrategie vorstellte. Man investiere zugleich in passende Wachstumsfelder, um unabhängiger von den sinkenden Werbeeinnahmen zu werden. „Wir wollen in der Gruppe stärker miteinander kooperieren und unsere Arbeitsabläufe und Effizienz kontinuierlich verbessern“, sagte Wegner, der die Bedeutung des Qualitätsjournalismus hervorhob.

Dabei geht es unter anderem um eine bereichs- und standortübergreifende Zusammenarbeit. So soll etwa die Verzahnung von Print- und Digitalredaktionen weiter gefördert werden; einzelne Redaktionseinheiten, das Produktmanagement sowie Service-Einheiten der SWMH sollen schrittweise zusammengeführt werden. Ein Schwerpunkt werde auf der Qualifizierung der Mitarbeiter insbesondere in digitalbezogenen Themen liegen.

Jobabbau soll sozial verträglich erfolgen

Verbunden ist diese Neuaufstellung mit einem Personalabbau. In den Unternehmensbereichen Süddeutscher Verlag, Medienholding Süd und in der SWMH-Holding soll die Belegschaft bis Ende 2020 jeweils um eine zweistellige Zahl reduziert werden. Genaue Zahlen nannte Wegner nicht. Ziel sei, auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. Die Mediengruppe beschäftigt insgesamt 5500 Mitarbeiter. Parallel zu dem Abbau sollen in den digitalen Bereichen Arbeitsplätze aufgebaut werden, sagte Wegner.

Im laufenden Jahr rechnet die SWMH mit einem Gewinnrückgang von bis zu 15 Prozent. Mittelfristig soll die Neuausrichtung Umsatz und Ergebnis verbessern. Bis zum Jahr 2022 soll der digitale Umsatzanteil auf rund 30 Prozent steigen, derzeit sind es etwa sieben Prozent. Die Zahl der Digital-Abos soll binnen fünf Jahren von 100 000 auf 500 000 zulegen.

Darüber hinaus setzt das Medienunternehmen gezielt auf die Förderung von Frauen und Nachwuchskräften. Inhaltlich will sich die SWMH stärker im Themenbereich Nachhaltigkeit engagieren.

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