Südwest-Landwirtschaftsminister Peter Hauk – ein Freund der Bauern

Von Christoph Link 

Minister Peter Hauk und Bauernverbandspräsident Joachim Rukwied bei einer Hofbesichtigung Foto: dpa
Minister Peter Hauk und Bauernverbandspräsident Joachim Rukwied bei einer Hofbesichtigung Foto: dpa

Der baden-württembergische Landwirtschaftsminister Peter Hauk ist wieder da – und erfreut die Landwirte. Als Nachfolger von Alexander Bonde hat Hauk einen Schnellstart hingelegt.

Stuttgart - Das nasse Wetter, die Milchkrise, der Verfall der Schweinepreise, das drohende Aus für Glyphosat: Landwirte haben es in dieser Zeit nicht leicht, und auf die Politik sind sie auch nicht besonders gut zu sprechen. Da war es bemerkenswert, dass der frisch gebackene Agrarminister Peter Hauk (CDU) diese Woche bei der Mitgliederversammlung des baden-württembergischen Bauernverbandes in der Schwabenland-Halle in Fellbach zwar nicht mit Jubel, aber mit warmherzigem Applaus empfangen worden ist: „Wir können zum Wohle der Bauern wieder den Bogen aufnehmen, den wir vor einem Jahrzehnt mit Ihnen gespannt haben“, sagte Joachim Rukwied, der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, an die Adresse von Hauk, der von 2005 bis 2010 schon einmal Agrarminister war. „Sie kennen die Punkte, bei denen es bei uns brennt!“

Der so Gelobte erfüllte einige Erwartungen. Peter Hauk wünschte sich eine „ideologiefreie“ Landwirtschaftspolitik und wetterte gegen „selbst ernannte Ökolandwirte“ sowie gegen radikale Tierschützer: „Landwirte sind Nahrungsmittelproduzenten. Ich werde nicht zulassen, dass sie von Organisationen wie Foodwatch oder Peta ständig als Giftspritzer oder Tierquäler an den Pranger gestellt werden!“ Solche Worte sind Balsam für die Seele der Bauern. Was Glyphosat anbelange, so sei doch die bodenschonende Mulchsaat ohne diesen Unkrautvernichter gar nicht denkbar, meinte der Minister. Und der Tierschutz sei früher schlechter gewesen, als ein Schwein „lichtlos unter der Treppe gehalten“ oder Kühe in Anbindehaltung im Schwarzwald im Stall standen.

In modernen, robotergestützten Betrieben gehe es dem Vieh besser als noch vor wenigen Jahrzehnten. Obgleich, so Hauk, er froh sei, dass der Südwesten nicht solch eine Agro-Industrie habe wie im Norden, die öfter am Pranger stehe. Und dann rief er den Bauern zu: „Wir brauchen Sie! Ohne Sie hat der ländliche Raum keine Zukunft.“ Das brachte Zwischenapplaus.

Der aus dem Odenwald stammende Diplom-Forstwirt Hauk hat in seinem neuen und alten Amt und als Nachfolger von Alexander Bonde (Grüne) einen Schnellstart hingelegt. Kurz nach Amtsantritt stellte er fünf neue Mitarbeiter ein – Ersatz für abgewanderte „Grüne“. „Ich bin zufrieden mit dem Start. Ich war gerne Landwirtschaftsminister und bin es wieder gerne“, sagt Hauk. „Ich kenne noch viele Mitarbeiter, das Ministerium, die Themen und die handelnden Personen in der Landwirtschaft.“

Eine politische Querschnittsaufgabe ist auch der Verbraucherschutz

Dass sein altes Ressort im Prinzip zerschlagen worden ist – den Naturschutz und den Tourismus hat man ausgegliedert – nimmt Hauk äußerlich gelassen hin. Zum einen sieht er dringenden Handlungsbedarf in der Landwirtschaft, wo die Wettbewerbsfähigkeit der baden-württembergische Betriebe gesteigert werden müsse, „denn unsere Landwirte haben im bundesweiten Vergleich gesehen eine schwierigere Einkommenssituation“. Zum anderen will er sich verstärkt um die Abfederung des demografischen Wandels im ländlichen Raum kümmern – Regionen wie die Ostalb um Heidenheim oder der Zollernalb-Kreis sind da stark betroffen.

Eine politische Querschnittsaufgabe ist auch der Verbraucherschutz. Der sei „Teil der Wirtschaftspolitik“, sagt Hauk. „Wer die Beratung der Verbraucher ernst nimmt und ihre Rechte stärkt, der leistet einen Beitrag zu höher qualifizierten Produkten und Dienstleistungen in unserem Land, denn nur die werden sich auf dem Markt langfristig behaupten können.“ Einige Jahre war Hauk – ein langjähriger Freund von Günther Oettinger – CDU-Fraktionsvorsitzender, bis ihn Guido Wolf im Januar 2015 von dem Posten ablöste. Selbstverständlich stellt sich da die Frage nach den politischen Ambitionen. Er wolle das Ministeramt „kraftvoll“ ausfüllen, sagt Hauk, man müsse etwas mit Begeisterung tun, sonst wirke das aufgesetzt. Einer Berufung zu Höherem will er nicht ausschließen: „Als ich im Januar 2015 das Amt des CDU-Fraktionsvorsitzender zu Gunsten von Guido Wolf abgegeben habe, sahen mich viele auf einem absteigenden Ast. Heute ist alles anders - die Situation hat sich geändert. Und das ist das Spannende an der Politik.“

Jeden Tag feuert Hauks Ministerium eine Pressemitteilung mit einem neuen Thema ab – das ging schon kurz nach der Vereidigung so: Flüchtlinge als Saisonarbeiter im Gartenbau, die Funktion des Waldes im Klimawandel, die Vorzüge von TTIP oder den flächendeckenden Breitbandausbau für ein besseres Internet. Mit der Rolle als Freund der Bauern will sich Hauk nicht begnügen.

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