Andreas Glück hat sich gegen seine Mitbewerber durchgesetzt. Foto: dpa

Der Chirurg und FDP-Landtagsabgeordnete Andreas Glück wird die Landesliste der Liberalen für die Europawahl 2019 anführen. Er setzte sich gegen drei Mitbewerber durch.

Schwäbisch Gmünd - In einer Kampfabstimmung um den ersten Platz auf der FDP-Landesliste hat sich der Landtagsabgeordnete Andreas Glück (43) am Samstag auf einem Parteitag in Schwäbisch Gmünd gegen seine Mitbewerber Nicole Büttner-Thiel, Alexander Kohl sowie Rolf Steltemeier durchgesetzt. Erst in einer Stichwahl fiel die Entscheidung. Mit 52,2 Prozent lag Glück knapp vor der 33-jährigen Unternehmerin Büttner-Thiel, die auf Listenplatz zwei kam. Es wird damit gerechnet, dass bei der Europawahl allenfalls die ersten beiden FDP-Listenplatzinhaber aus Baden-Württemberg eine Chance haben, ins EU-Parlament einzuziehen.

In seiner Bewerbungsrede gab sich der den Wahlkreis Münsingen-Hechingen vertretende Glück als „Politiker zum Anfassen“. Er betonte, dass Europa in vielen Bereichen Teil des Lebens sei. Auch bei seiner Arbeit im Landtag spielten Gesetze und Vorgaben aus Brüssel eine wesentliche Rolle. Glück verurteilte die gebetsmühlenartige Kritik an der EU und stellte klar, dass viele Regelungen erst in der nationalen Umsetzung zum Problem werden. Als Beispiel nannte er die Aufstellung von Messstationen zur Messung von Stickoxiden im Straßenverkehr. Überdies sprach sich Glück für eine Energiepolitik aus, die die Stärken der unterschiedlichen Länder und Regionen besser berücksichtigt.

Der FDP-Landesvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Michael Theurer warb in einer programmatischen Rede für ein starkes und wehrhaftes Europa: „Für uns ist die Europawahl eine zentrale Frage, weil wir für Europa sind und für die Europäische Union.“ Mit Blick auf das Aufkommen der rechtspopulistischen Parteien in Europa und Deutschland sagte Theurer: „Einige glauben vielleicht, wir könnten mit der Rückkehr zum nationalistischen Kleinstaat irgendwas in der Welt bewegen. Ich glaube es nicht.“

Die Liberalen seien derzeit allerdings in Sorge um die Entwicklung in der EU

Die europäische Integration sei im Grunde eine „Unabhängigkeitserklärung gegen Großmächte“, ganz gleich, ob deren Hauptstädte nun Moskau, Peking oder Washington hießen. Die EU stehe für Rechtsstaatlichkeit. Die Liberalen seien derzeit allerdings in Sorge um die Entwicklung in der EU. Da sei beispielsweise ein Victor Orban aus Ungarn, der für eine „illiberale Demokratie“ werbe und in der pluralistischen Demokratie des Westens keine Zukunft sehe. Aber auch in Deutschland werde die Demokratie immer wieder „zur Zielscheibe extremistischer Gruppen“: Es könne nicht sein, dass marodierende Banden Selbstjustiz und Lynchjustiz auf deutschen Straßen praktizierten.

Mit Blick auf das Verhältnis zu den USA stellte Theurer klar, dass die FDP weiterhin auf die transatlantische Partnerschaft setze. Dazu müsse man jetzt das Handelsabkommen TTIP wiederbeleben und weltweit als Vordenker des Freihandels auftreten: „Freihandel liegt im nationalen Interesse und das können wir nicht national durchsetzen, sondern nur europäisch.“

Auf Platz drei der Landesliste wurde Stephan Seiter (Kreisverband Rems-Murr) gewählt, auf Platz vier kam der Junge-Liberale-Landesvorsitzende Valentin Christian Abel (Kreisverband Schwäbisch-Hall), Platz fünf belegt Maximilian Mayer (Kreisverband Stuttgart).

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