Sternenhimmel oder Lodge: Natur und Luxus sind in den Nationalparks Südafrikas kein Widerspruch.

Es ist noch fast dunkel. Lazarus steuert den schweren Safari-Wagen sicher über die holprige Schotterstraße. Er biegt auf ein kleines Plateau ein. Da liegen sie, faul, satt gefressen, träge. Sechs Löwen. Nur einer hebt mal kurz und missmutig den Kopf. Dann räkelt er sich einen Augenblick und streckt wieder alle viere von sich. "Sie haben am Abend vorher gejagt," erzählt Lazarus. "Jetzt sind sie satt und rühren sich den ganzen Tag nicht mehr weg." Das wissen auch die Impalas, die scheuen Antilopen, die nur einige Meter entfernt grasen. Heute droht ihnen von den Raubkatzen keine Gefahr mehr.

In dieser Stunde zwischen Nacht und Morgen herrscht im Krüger-Park eine fast andachtsvolle Stille. Noch sind die Tore geschlossen. Doch Ranger der privaten Jock Safari Lodge dürfen bereits auf die Pirsch gehen in dieser Stunde, in der der Busch zum Leben erwacht. Bereits eine Stunde später hat sich eine Blechlawine in Bewegung gesetzt. Aus den staatlichen Camps strömen die Besucher in den größten Nationalpark Südafrikas.

Es hat sich schnell herumgesprochen, wo die Löwen liegen. Bald stauen sich die Autos rund um die unbeeindruckte Löwengruppe, surren die Kameras, klicken die Fotoapparate. Lazarus ist längst weitergefahren. Er biegt auf einen Weg ein, der nur für die Ranger der Privat-Lodge zugänglich ist. Bald hat er eine Elefantenherde aufgespürt. Auch zu einer Rhino-Mutter mit Kind und zu einer Gruppe Büffel führt Lazarus die Gäste der Safari-Lodge an diesem Morgen. Vier der berühmten "Big Five"! Nur ein Leopard fehlt noch. Lazarus sucht an diesem Tag vergeblich. Dafür entdeckt er auf der Rückfahrt zur Lodge ein kaum sichtbares Chamäleon. Es sieht rührend und urweltlich aus, als es steifbeinig über die Straße stakst.

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