Blutproben im Kühlraum eines Labors der DKMS in Dresden Foto: dpa

Freunde des 23-jährigen Imam Hüseyin Sahin aus Böblingen suchen nach einem Stammzellspender für den an Blutkrebs erkrankten jungen Mann. Nur noch eine Transplantation kann ihn retten.

Böblingen - Lebenslustig sei er, sportlich, ein Fitness-Freak – so beschreiben Freunde den 23 Jahre alten Imam Hüseyin Sahin. Doch der junge Böblinger erkrankte Anfang dieses Jahres, kurz vor dem Abschluss seiner Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann, an Blutkrebs. Eine Therapie schlug nicht an. Nur noch eine Stammzelltransplantation kann ihn retten.

Seine Familie wurde bereits getestet – doch es fand sich kein passender Stammzellspender. Für die Familie von Imam Sahin ist das besonders tragisch. Verloren sie doch bereits einen ihrer drei Söhne vor einigen Jahren im Kindesalter. Der Junge litt an einem unheilbaren Gehirntumor, der zum Tode führte. Nun bangen die Eltern um das Leben eines weiteren Kindes. „Mich und Imam hat der Tod unseres Bruders sehr geprägt“, berichtet der zweite Bruder Sinan. Und Imam habe nun einen ungeheuren Lebenswillen entwickelt. Seine Überlebenschancen seien gut, falls sich ein Spender findet, berichtet Maria Schmidt von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) in Tübingen. 4,5 Millionen Menschen haben sich weltweit bereits bei der DKMS registrieren lassen. Doch kein Einziger passt für den 23-jährigen Böblinger.

Deshalb organisieren die Freunde Sahins nun gemeinsam mit der DKMS eine Typisierungsaktion. Der Böblinger Landrat Roland Bernhard ist Schirmherr. Am Sonntag, 28. September, können sich alle, die helfen möchten, zwischen 11 und 15 Uhr in der Böblinger Aula am Murkenbach registrieren lassen. Die Freiwilligen erwartet lediglich eine Blutabnahme. Die potenziellen Spender sollten zwischen 18 und 55 Jahren alt und gesund sein. Wer diese Bedingungen nicht erfüllt, aber trotzdem mitmachen möchte, kann durch eine Geldspende die Aktion unterstützen – pro registrierter Person fallen 50 Euro Kosten an, die die DKMS durch Spenden deckt.

Die größten Chancen, den genetischen Zwilling für Imam Sahin zu finden, sieht Schmidt bei türkischstämmigen Menschen, da jede ethnische Gruppe ihre eigenen typischen Gewebemerkmale habe. „Aber wir freuen uns über jeden, der sich registrieren lässt. Passen seine Merkmale nicht bei Imam, dann vielleicht bei einem anderen Schwerkranken, der wartet.“

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