Auf der Suche nach Flüchtlingsunterkünften dringen Leonberger Politiker auf Lösungen. Ein Haus in der Bahnhofstraße oder Turnhallen seien ebenfalls mögliche Optionen.
Die große Frage lautet: Wohin mit den Geflüchteten? Der Leonberger Gemeinderat und die Verwaltungsspitze haben sich gegen das Projekt des Landkreises ausgesprochen, der das ehemalige und mittlerweile leer stehende Seniorenheim mit der Hausnummer 44 am Leonberger Parksee von dem aktuellen Investor Dewag anmieten und etwa 200 Geflüchtete dort unterbringen möchte. Nun melden sich Leonberger CDU-Politiker zu Wort, die die Pläne des Landkreises ebenfalls nicht gutheißen, allerdings auch auf mögliche Alternativen dringen.
Der Standort am Park sei nicht unproblematisch, heißt es in einer Erklärung der Leonberger CDU-Kreisräte Helmut Noë – gleichzeitig der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion – und Ulrich Vonderheid. „Er ist heute schon ein Brennpunkt, und durch eine Belegung mit 200 geflüchteten Personen im ehemaligen Pflegeheim droht eine Verschärfung der Verhältnisse in der Ostertagstraße.“ Eine Bürgerin der Stadt hatte bereits eine Unterschriftenaktion gestartet, weil Senioren, die in der Nachbarschaft wohnen, um das friedliche Zusammenleben fürchten. Gleichzeitig äußern die beiden CDU-Politiker Verständnis für das Vorgehen der Kreisverwaltung, die ihren Verpflichtungen als staatliche Hoheitsverwaltung nachkommen müsse. „Wenn dieser keineswegs gute Standort nicht realisiert werden soll, müssen schnell Alternativen genannt werden“, so die beiden CDU-Kreisräte. „Hier ist auch die Stadt Leonberg in der Pflicht, Vorschläge auf den Tisch zu legen.“ Die beiden Kreisräte bringen das ehemalige Postgebäude ins Gespräch. Wohl wissend, dass die Stadt an diesem Standort große Pläne hat: Das Gelände der alten Hauptpost wird zum Projekt der Internationalen Bauausstellung im Jahr 2027 für die Region Stuttgart. Dass dort innerhalb der kommenden drei Jahre der seit Jahren diskutierte große Wurf erfolge, erscheine ihnen angesichts der gegenwärtigen wirtschaftlichen Lage der Baubranche unwahrscheinlich. Der Standort sei integriert und deutlich verträglicher als das Haus am Park in der Ostertagstraße.
Auch Vereine sollten Abstriche leisten
Mit dem Gebäude in der Bahnhofstraße 5 stehe ebenso ein Haus zur Verfügung, das mehrere Jahre als Flüchtlingsunterkunft genutzt wurde und seit Jahren leer stehe. Auch die temporäre Nutzung von Turnhallen solle nicht ausgeschlossen werden. „Die Flüchtlingslage ist derartig prekär, dass auch Sportvereine Abstriche leisten müssten und mit anderen Nutzern die verbleibenden Zeiten aufteilen könnten“, so die beiden Leonberger Kreisräte der CDU.
Oliver Zander, Vorsitzender der CDU Leonberg und Mitglied des Leonberger Gemeinderats, unterstützt die Vorschläge seiner Kreisräte. „Der Gemeinderat muss sich ebenfalls seiner Verantwortung stellen. Oberbürgermeister Cohn und seine Stadtverwaltung müssen schnell liefern.“