Warnung vor Radioaktivität: Bis 2031 soll in Deutschland ein zentrales Atommüllendlager für ausgediente Brennelemente gefunden sein. Foto: dpa

Die Endlagersuche darf nicht ewig dauern. Ein straffer Zeitplan wäre von Vorteil, meint Christoph Link.

Stuttgart - Für die Behörden, die die Suche nach einem Standort für ein Endlager vorbereiten, ist es eine Gratwanderung. Sie müssen bei der Suche gewissenhaft und transparent vorgehen, aber bummeln dürfen sie auch nicht. Es gilt das Prinzip der „weißen Landkarte“. Es kommt theoretisch jede Region in Frage, und es gibt keine Vorfestlegungen. Das bedeutet, dass zunächst ganz Deutschland darauf hin untersucht wird, wo es die Regionen mit einem sogenannten Wirtsgestein für ein Endlager gibt und wo nicht. In einer aufwendigen Datensammlung wird das nun gerade ermittelt – als ob die geografischen Gegebenheiten Deutschlands nicht längst bekannt seien. Aber es geht wohl darum, alle Regionen gleich zu behandeln.

Demokratische Stabilität ist die Voraussetzung

Eine Verzögerung im Zeitplan bereits am Anfang, weil die Fachleute sich über die Datensammelei streiten, könnte das ambitionierte Projekt ins Schlingern bringen. Weitere Verzögerungen – durch Klagen, geologische oder politische Streitfragen – sind auf dem Weg bis zum Standortbeschluss 2031 zu erwarten. Die Uhr tickt. Erstens sind die atomaren Zwischenlager nur befristet genehmigt. Zweitens weiß keiner, ob die Phase demokratischer Stabilität, die Deutschland aufweist, ewig andauert. Sie ist eine Voraussetzung für das von Verantwortung geprägte Projekt, den Atommüll sicher unter die Erde zu bringen.

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