Das Mädchen, das früher den Hund von Theodor Alfred Dessecker in Schönberg ausgeführt hat, ist längst erwachsen und lebt in der Schweiz. Durch eine Suchaktion des Bezirksamts und unserer Zeitung sind die ehemaligen Nachbarn nun wieder in Kontakt Foto: dpa

Eine Suchaktion unserer Zeitung und des Bezirksamts war erfolgreich. Ein alter Herrn kann nun nach vielen Jahren seinen Dank loswerden.

Schönberg - Eine wahrhaft herzergreifende Geschichte hat ein gutes Ende genommen: Eine Frau, die fieberhaft gesucht wurde, ist gefunden. Und ein alter Herr ist darüber sehr glücklich.

Wie berichtet hatte der 82-jährige Theodor Alfred Dessecker, der einst in Schönberg lebte und heute in einem Pflegeheim bei Karlsruhe wohnt, über unsere Zeitung eine Frau namens Martina gesucht, die vor etwa 30 Jahren regelmäßig seinen Hund ausgeführt hat. Dessecker wollte sich bei der Frau bedanken, die damals etwa 15 Jahre alt war. Das habe er seinerzeit versäumt und wolle dies nun nachholen „und zwar bevor ich die Radieschen von unten anschaue“, wie es der alte Herr selbstironisch zu Protokoll gegeben hatte.

Rund 30 Menschen haben sich gemeldet

Zunächst hatte sich Dessecker deshalb an das Bezirksamt in Plieningen gewandt. Dessen Mitarbeiterin Lena Hauser wiederum bat unsere Zeitung um Mithilfe – und die kam denn auch reichlich, nachdem wir einen Aufruf zu dem Thema veröffentlichten. Etwa 30 Menschen, die sich noch an Details über die einstige Hunde-Ausführerin erinnerten, meldeten sich nach dem Artikel bei Lena Hauser. „Das setzte sich dann zusammen wie ein Puzzle, jeder konnte etwas beitragen, so dass ich schließlich die Telefonnummer der Frau in den Händen hatte“, erzählt Hauser. Das, woran zuvor kaum einer geglaubt hatte, war geschehen: Die Frau war gefunden.

Sie ist inzwischen längst erwachsen, lebt in der Schweiz und hat sich sofort an Theodor Alfred Dessecker und seinen Hund erinnert, als Lena Hauser sie anrief. Allerdings möchte sie nicht selbst in der Öffentlichkeit in Erscheinung treten. „Sie hat sich aber sehr gefreut und wusste auch gleich, wer gemeint war, als ich ihr von Herrn Dessecker berichtete“, sagt Lena Hauser. Denn die Frau habe zwar ihr Leben lang selbst Hunde gehabt und auch immer wieder welche ausgeführt. Den Hund von Theodor Alfred Dessecker aber habe sie wegen der besonderen Rasse des Tieres und wegen des netten Kontakts zu seinem Besitzer noch gut in Erinnerung gehabt.

Sie hat es nie so empfunden, dass noch eine Rechnung offen sei

Der einstige Hundebesitzer und die ehemalige Gassi-Geherin haben denn auch kurze Zeit darauf 45 Minuten miteinander telefoniert. Ganz im Gegensatz zu ihrem 82-jährigen ehemaligen Nachbarn habe die Frau es aber nie so empfunden, dass der ihr einen Dank schuldig geblieben sei. „Vielmehr hat sie gesagt, sie habe sich als Jugendliche in seinem Haus immer willkommen gefühlt und nicht das Gefühl gehabt, dass da noch eine Rechnung offen sei“, erzählt Lena Hauser.

Darüber, dass er die junge Frau von einst wiedergefunden hat, „habe ich mich unheimlich gefreut“, sagt Theodor Alfred Dessecker. Er will jener Martina nun etwas zukommen lassen, als nachträglichen Dank. Was das sein wird, verrät er nicht, „das soll eine Überraschung sein“, sagt er.

An alle Menschen, die mit ihren Hinweisen mitgeholfen haben, seine frühere Hunde-Ausführerin zu finden, sagt Theodor Alfred Dessecker ein herzliches Dankeschön. Und auch Lena Hauser, die im Bezirksamt so tatkräftig bei der Suche geholfen hat, ist begeistert angesichts der großen Hilfsbereitschaft: „Besser und positiver hätte die ganze Geschichte nicht laufen können. Es war wirklich sehr schön zu sehen, wie die Menschen sich eingesetzt haben, um die Frau zu finden.“

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