Studie: Milliarden-Subventionen verzichtbar? Foto: dpa

Wer die Rechnung seines Handwerkers absetzen kann, beschäftigt keine Schwarzarbeiter – so die Theorie. Teile von Union und SPD wollen den Handwerkerbonus jetzt abschaffen.

Um die steuerliche ­Absetzbarkeit von Handwerksleistungen ist eine heftige Debatte entbrannt. Carsten Schneider, Vize-Fraktionschef der SPD im Bundestag, will die Steuersubvention abschaffen. Die Vergünstigung erreiche ihre Ziele nicht, das könne der Finanzminister „nicht ignorieren“, sagte Schneider.

Hintergrund ist eine von der Regierung in Auftrag gegebene Studie, die unserer Zeitung vorliegt. Deren Ergebnisse „sprechen am ehesten dafür“, die steuerliche Förderung für Handwerksleistungen „zu streichen“.

Die Subvention kostet den Staat über 1,5 Milliarden Euro im Jahr und sollte eigentlich Wachstum fördern und Schwarzarbeit bekämpfen. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sieht derzeit „keinen Handlungsbedarf“. Auch SPD-Chef Sigmar Gabriel will nicht am Handwerksprivileg rütteln.

Doch auch in der Union gibt es nach Recherchen unserer Zeitung Sympathien für die Abschaffung. „Man kann darüber reden, das Ziel der Bekämpfung der Schwarzarbeit mit anderen Mitteln zu erreichen“, sagte Antje Tillmann, finanzpolitische Sprecherin der Unionsfraktion. Sie plädiert für „eine steuerliche Begünstigung der energetischen Gebäudesanierung“.

Der baden-württembergische Finanzminister Nils Schmid (SPD) erteilte Schneiders Vorstoß eine Absage. Eine Abschaffung des Steuerbonus bedeute „einen schweren Schlag für das Handwerk im Südwesten“.

Hoffen dürfen dagegen Verbraucher, die ein häusliches Arbeitszimmer von der Steuer absetzen wollen. Bislang war dies nur möglich, wenn das Zimmer ausschließlich zur Arbeit genutzt wurde – und nicht etwa auch als Gästezimmer. „Der Bundesfinanzhof prüft derzeit, ob auch eine anteilige berufliche Nutzung reicht“, sagte der Stuttgarter Steuerberater Karlheinz Autenrieth.

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