Pinar Atalay verlässt die „Tagesthemen“. Foto: imago images/Müller-Stauffenberg

Die ARD verliert mit Moderatorin Pinar Atalay erneut ein bekanntes TV-Gesicht an den Privatsender RTL. Ein herber Verlust an Diversität, aber auch in modischer Hinsicht. Denn die 43-Jährige weiß, wie man seriös sein kann ohne zu langweilen. Ein Stilcheck.

Stuttgart - Wolf von Lojewski, Hanns Joachim Friedrichs, Sabine Christiansen, Ulrich Wickert – die „Tagesthemen“ waren schon immer auch eine große Fernsehbühne für charismatische Nachrichtenjournalisten. Das ist bis heute so geblieben, auch wenn seit einigen Jahren die Zuschauer nicht nur die obere Körperhälfte der Moderatoren sehen dürfen. Ingo Zamperoni oder Pinar Atalay müssen seit Jahren in voller Größe die Themen des Tages vortragen, sie stehen oder gehen im Studio vor einer realen Fotowand umher. Seriöser ging und geht es dennoch nicht, wer diese Sendung im Ersten moderiert, kann sich etwas darauf einbilden.

Einfarbig und klar geschnitten

Und nun das: Pinar Atalay wechselt ausgerechnet vom Medienolymp der Seriosität nach sieben Jahren zu RTL, zu jenem Sender also, der mit „Tutti Frutti“ einstmals die erste Erotikshow ins deutsche Fernsehen gebracht hat. Das ist tatsächlich ein Verlust, denn bei Atalay gehörten stilistische Dezenz und eine gewisse Strenge zum Programm. Ihre Garderobe wurde stets mit Sorgfalt ausgewählt, sie trug meist schlichte einfarbige Kleider, Blusen und Hosenanzüge, starke Farben, klare Schnitte, die Ruhe ausstrahlten. Atalay lenkte nie ab vom Wesentlichen, sie bewegte sich souverän, elegant und pannenfrei im Studio, sie war präsent, doch die Nachricht war wichtiger als die Moderatorin. Ihre Coolness wird fehlen.

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