Dieser Freitag hat es in sich: Eröffnungen, Specials und ein Salon – der 23. Juni provoziert die Qual der Kunstwahl.
Im Rahmen des Projektes „Summer of Painting“ in Stuttgart zeigt die Galerie Lauffer (Reinsburgstraße 178a) Bilder des Malers und Zeichners Michael Urtz. An diesem Freitag, 23. Juni, bietet die Galerie ein „Special“: einen „Einblick in die Malerei der frühen Jahre, Stierkampf & Skizzenbücher“. Von 15 bis 20 Uhr kann man Urtz’ Werkideen ganz nahe kommen.
Osterwold-Hommage bei Schacher
Und los geht die wilde Fahrt – so ließe sich die Namensreihung „Cordula Güdemann, Peter Holl, Klaus Heuser, Gerhard Hezel, Jörg Mandernach, Johanna Mangold, Wolfgang Neumann, Brigitte Nowatzke-Kraft, Gabriela Oberkofler, Yoko Ono, Eduardo Paolozzi, Jan Hendrik Pelz, Paula Pelz, Daniel Richter, Sebastian Rogler“ auch sehen. Und dabei ist die Liste noch nicht einmal vollständig. Wolfgang Neumann hat sie und die zugehörigen Werke zusammengestellt – zu erleben ist das Ergebnis als Panorama „Gefäße. Gedanken an Tilman Osterwold“ in den Ausstellungsräumen von Katrin und Marko Schacher im Galerienhaus Stuttgart (Breitscheidstraße 48).
Ausstellungsmacher, Autor und doch immer auch nach weiten Fäden suchender Kunsthistoriker, der 2021 gestorbene Tilman Osterwold, 1973 bis 1993 Direktor des Württembergischen Kunstvereins Stuttgart, war, so sieht es Marko Schacher, „für die künstlerische Sozialisation zahlreicher StuttgarterInnen enorm wichtig“. Die Hommage an Osterwold überlässt Schacher indes einem Künstler – und Wolfgang Neumann reiht sich mit „Gefäße“ zudem in den aktuellen „Summer of Painting“-Reigen in Stuttgart ein.
An diesem Freitag um 19 Uhr wird „Gefäße. Gedanken an Tilman Osterwold“ eröffnet – um 19 Uhr. Und wer im möglichen Trubel nicht die richtigen Worte findet – am Montag, 26. Juni, ist bei Schacher Zeit für die Talk/Trink/Musik-Show „Comics & Bier“. Um 20 Uhr geht es los.
Eröffnung im Kultur Kiosk
Stuttgart ohne Kultur Kiosk? Ohne das Quirlen von Sara Dahme? Ende des Jahres soll Schluss sein im Züblin-Parkhaus. Grund genug für Dahme, noch einen Gang höher zu schalten: In ihrer wunderbaren Ausstellungsreihe „All meine Freundinnen“ zeigen Charlie Stein, Katya Quel und Katharine Tyndall „Micro Shows“, die es in sich haben.
Die Eröffnung an diesem Freitag, 23. Juni, um 20 Uhr gilt Charlie Stein und deren „weiblichen Cyborgwesen, die uns einerseits kokett aus einer Welt des Körperfetisch heraus anflirten, aber durchaus auch ein dystopisch futuristisches Memento mori verkörpern“. „Denn“, die Frage kann man stellen, „was wird ein unbeseelter Körper mehr sein, als ein letztes Aufbäumen gegen die Sterblichkeit?“.
Informel-Salon bei Schlichtenmaier
Kann eine Ausstellung zu Positionen des Informel, zu Sichtweisen bewusster Entformelung von Welt vor allem aus den späten 1950er Jahren dieser Tage etwas bedeuten oder auslösen? Die Galerie Schlichtenmaier am Kleinen Schlossplatz antwortet aktuell mit einem Panorama, das seinesgleichen sucht. Die für das Informel kennzeichnende Verschränkung von Kunst, Lyrik und Musik wird in dieser Schau „Informel – Der Drang nach Freiheit“ mit Werken unter anderen von Karl Otto Götz, Georg Karl Pfahler, Paul Reich, Bernard Schultze, Emil Schumacher, K. R. H. Sonderborg, Fred Thieler, Hann Trier, Marie-Louise von Rogister und Fritz Winter mehr als spürbar.
Weitere Hinweise dürfte es an diesem Freitag, 23. Juni, um 19 Uhr geben, wenn die Galerie Schlichtenmaier zum „Salon“ lädt. Zu Gehör kommen Statements einiger der ausgestellten Künstlerinnen und Künstler sowie literarische Texte aus der Idee der surrealen écriture automatique.