OB Kuhn will kurze Flüge von Stuttgarts aus nach München oder Frankfurt streichen. Foto: 7aktuell.de/Max Kurrer

Stuttgarts OB Fritz Kuhn möchte zugunsten des Klimaschutzes die Zubringerflüge nach Frankfurt oder München streichen. Die Flughafenchefin betrachtet diese Verbindungen als unverzichtbar.

Stuttgart - Die Flughafenchefin Arina Freitag hält es nicht für möglich, die Zubringerflüge nach Frankfurt und München zu streichen, wie es Oberbürgermeister Fritz Kuhn gern hätte.

Frau Freitag, Ihr Vize-Aufsichtsratschef Fritz Kuhn möchte Flüge zu Zielen streichen, die man mit dem Zug in rund zwei Stunden erreichen kann wie Frankfurt und München. Was halten Sie davon?

Gleich vorneweg: Ich bin begeisterte Bahnfahrerin. In die Innenstädte von Frankfurt oder München ist die Bahn von Stuttgart aus sehr attraktiv. Als Landesflughafen verantworten wir aber eine sehr gute Anbindung Baden-Württembergs an die Welt. Flugverbindungen zu den wichtigsten Drehkreuzen der Lufthansa-Gruppe sind dafür derzeit unverzichtbar.

Wirklich? Fliegen die Maschinen da nicht nur für ein paar Geschäftsreisende hin, die schnell umsteigen wollen?

Wenn ich Bahn fahre, sehe ich, dass viele Fahrgäste Rail-and-fly-Angebote nutzen. Das entscheidet jeder selbst. Aber diese Flugverbindungen wären nicht so gut ausgelastet, wenn sie unnötig wären. Die Flüge binden die Region Stuttgart an das weltweite Streckennetz des größten deutschen Carriers an. Ich checke in Stuttgart ein, gebe hier mein Gepäck ab und gehe an unserem Landesflughafen auch durch die Sicherheitskontrolle. Kurze Wege- und Reisezeiten und eine hohe Verlässlichkeit sind beispielsweise für Geschäftsreisende und für Reisende mit Kindern wichtige Entscheidungsfaktoren. Deshalb ist der geplante Flughafenbahnhof für uns so wichtig. Für Passagiere muss es zukünftig noch einfacher werden, Bahn und Flug miteinander zu kombinieren.

Wenn sie wegfallen würden: Was würde der Flughafen groß verlieren?

Eine ganze Menge. Ohne Flüge nach Frankfurt oder München würden diese Passagiere an anderen europäischen und außereuropäischen Drehkreuzen umsteigen. Andere Zubringerstrecken würden entsprechend wachsen. Ein Wegfall würde in erster Linie der Region schaden und dem deutschen Luftverkehr.

Wer könnte die Streichung beschließen? Liegt das im Ermessen der Gesellschafter, überhaupt im Ermessen der Flughafengesellschaft?

Die Genehmigung sogenannter Slots unterliegt Regularien des Bundes und der Europäischen Union. Für die genehmigten Slots haben wir eine Betriebspflicht.

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