Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat der Uni Stuttgart einen neuen Sonderforschungsbereich (SFB) bewilligt bekommen. Dabei geht es darum, wie man mit mehr Wohn- und Arbeitsraum mit weniger Material schaffen kann Foto: Uni

Wie kann man mit weniger Ressourcen mehr Wohnraum bauen? Gebäudehüllen schaffen, die sich optimal den Außenbedingungen anpassen? Das sollen jetzt Wissenschaftler der Uni Stuttgart in einem Sonderforschungsbereich herausfinden. Leiter ist der Bauingenieur und Architekt Werner Sobek.

Stuttgart - Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat der Uni Stuttgart einen neuen Sonderforschungsbereich (SFB) bewilligt. Unter dem Titel „Adaptive Hüllen und Strukturen für die gebaute Umwelt von morgen“ untersuchen Forscher, wie man angesichts einer wachsenden Weltbevölkerung und schrumpfenden Ressourcen mehr Wohn- und Arbeitsraum mit weniger Material schaffen kann. In den ersten vier Jahren ist Werner Sobek vom Institut für Leichtbau, Entwerfen und Konstruieren (Ilek) Sprecher des SFB, in der zweiten Förderperiode übernimmt Oliver Sawodny vom Institut für Systemdynamik die Leitung.

Sobek erläutert die Aufgabe der Forscher so: „Es geht darum, Wege aufzuzeigen, mittels derer das Bauwesen einen wichtigen Beitrag zu drängenden ökologischen und ökonomischen Fragen unserer Zeit leisten kann.“ Im Zentrum des Forschungsvorhabens stehen sogenannte anpassungsfähige Elemente. Solche Elemente ermöglichen es, das Tragverhalten eines Gebäudes und seine Interaktion mit der Umwelt, zum Beispiel über die Fassade, gezielt zu verändern. Somit können sich wesentliche Eigenschaften des Gebäudes immer optimal an unterschiedliche Anforderungen anpassen. Für die Gebäudehülle bedeutet dies beispielsweise, dass ihre Durchlässigkeit für Licht, Wärme, Luft exakt steuern lässt. „Es geht um eine radikale Einsparung von Material und Energie – und um eine deutliche Verbesserung des Nutzerkomforts“, erklärt Ilek-Forschungsleiter Walter Haase. Und es gehe darum, wie man das verbaute Material auch wieder voll in natürliche oder technische Stoffkreisläufe zurückführen kann.

Architekten und Informatiker arbeiten zusammen

An dem SFB beteiligt sind mehrere Disziplinen: Architektur, Bauingenieurwesen, Flugzeugbau, Informatik, Maschinenbau. Die Forscher können so auf ganz unterschiedliche Kompetenzen aus den Bereichen Leichtbau, Komponentenentwicklung, Systemdynamik, Planungstheorie, visuelle Analyse und Gestaltung zurückgreifen.

An einem weiteren, ebenfalls neu bewilligten Sonderforschungsbereich der Uni Tübingen namens Campos ist Wolfgang Nowak von der Uni Stuttgart mit drei Teilprojekten beteiligt. Nowak arbeitet am Institut für Wasser- und Umweltsystemmodellierung, Stochastische Simulation und Sicherheitsforschung für Hydrosysteme. In diesem SFB soll mittels neuartiger Beobachtungssysteme und numerischer Landschaftsmodelle untersucht werden, wie man im Blick auf den Wandel von Klima und Nutzung zuverlässigere Voraussagen der zukünftigen Boden- und Wasserqualität machen kann. Die Stuttgarter Forscher beschäftigen sich dabei vor allem mit der Modellierung und Simulation von komplexen Vorgängen beim Schadstofftransport.

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