Für eine neue Folge der Doku-Serie „Dance Around The World“ hat Eric Gauthier Kuba besucht und sich in das Land verliebt. Foto: /Jeanette Bak

In 80 Tänzen um die Welt! Eric Gauthier, ein Stuttgarter Ballettwunder, sagt, sein schönster Film in der SWR-Doku „Dance Around The World“ kommt aus Kuba: „Das ist die Essenz“. Im Kino feiert das getanzte Roadmovie aus Havanna Premiere.

Andere Länder, andere Tänze. Bewegung nach Musik ist eine Form der Kommunikation, die ohne Sprachbarrieren, da wortlos, Menschen zusammenbringt. In allen Kulturen trainieren Schritte und Drehungen Konzentration wie Koordination. Tanzen ist gesund, kann Konflikte lösen. Der Kanadier und Kosmopolit Eric Gauthier , Everybody’s Darling aus Stuttgart, ist ein weltweit gefeierter Schrittmacher des modernen Tanzes – genau der Richtige, um für die TV-Serie „Dance Around The World“ in die Hotspots der Ballettwelt einzutauchen, um reich beladen mit Ideen und Eindrücken zurückzukehren, auf dass der Spaß am Tanzen die Nationen immer enger verbindet.

 

Der Charme des gebürtigen Kanadiers zündet weltweit

In Tel Aviv war er schon, in den Niederlanden oder in St. Petersburg vor dem Krieg: Überall zündet der Charme des 46-Jährigen, seine Leidenschaft ist grenzenlos, rasch kommt er in so unterhaltsame wie lehrreiche Gespräche mit Ballettstars, die Spannendes zu erzählen haben, ob mit Worten oder allein mit der Kraft der Bewegung.

Am 27. Juni, 19.30 Uhr, kommt ein neuer Film der Doku-Reihe (zu sehen auch in der ARD-Mediathek), sein persönliches Highlight, ins Kino. Sein Roadmovie aus Kuba feiert im Stuttgarter Gloria Premiere. Was ihn beim zwölftägigen Dreh in Havanna besonders beeindruckt hat, sagt er unserer Zeitung: „Die Leute haben nicht viel zum Leben, aber sie lächeln und tanzen immerzu.“

Eric Gauthier trägt, wie immer in der Serie, eine schwarze Lederjacke – und springt vor Lebensfreude in die Luft. Havanna bietet eine unglaubliche Filmkulisse, wie schon der Film „Buena Vista Social Club“ von Wim Wenders 1999 bewiesen hat (diese Doku läuft am 30. Juni, 14.15 Uhr, beim SWR-Festival im Gloria 2), Hier sieht man so viele farbenprächtige Oldtimer, die überwiegend aus den 50er Jahren stammen, wie in keiner anderen Metropole der Welt.

Dass ausgerechnet Amischlitten aus kapitalistischer Herkunft im sozialistischen Kuba das Straßenbild prägen und der Insel ein nostalgisches Flair schenken, mag verwundern, ist aber einfach erklärt. Vor der Revolution lebten hier US-Bürger in Saus und Braus, die ihre Autos mitbrachten. Die Limousinen sind geblieben. Vielleicht sehen die auch deshalb so gut aus, weil sie bei den Temperaturen nicht rosten.

Nicht nur Oldtimer, Zigarren, Salsa und Rum stehen für diese Insel – ebenso die Perfektion des Balletts. Cuba dança: Gauthier besucht das Teatro Nacional de Cuba. Beim klassischen Ballett erfährt er, was den kubanischen Tanzstil von europäischen Vorbildern unterscheidet. Die Danza Contemporánea de Cuba profitiert von den afrikanischen Wurzeln des Ensembles, bei dem er über Bewegungen staunt, die er „zuvor noch nie gesehen hat“. Was ihn besonders gefreut hat: Seine Choreografie „Ballett 101“ ist auch in Kuba ein Hit und wird dort aufgeführt.

Wo es Karten gibt

Das Roadmovie eröffnet am 27. Juni das SWR-Doku-Festival (Karten unter https://www.innenstadtkinos). Nach der Vorführung sprechen Eric Gauthier und Regisseur Andreas Ammer mit Moderatorin Nicole Köster auf der Bühne über ihre Erlebnisse auf der Karibikinsel, die dem Stuttgarter Ballettstar, der schon viel gesehen hat, ganz besonders unter die Haut ging.

Von Havanna wechseln wir zu einer Stuttgarter Halbhöhe: Der Blick vom Eugensplatz auf die Stadt ist genial, vor allem, wenn die Sonne untergeht. An diesem romantischen Ort treffen sich gern Verliebte, aber auch alle, die es mal waren oder wieder werden wollen.