Die Sanierung der Wagenhallen ist eigentlich seit einem halben Jahr vorbei – trotzdem gibt es noch was zu tun. Foto: Lichtgut/

Die Sanierung der Wagenhallen ist eigentlich seit einem halben Jahr vorbei – trotzdem gibt es noch was zu tun. Mit Millionenaufwand. Deswegen gab es jetzt Gesprächsbedarf.

Stuttgart - Nach der Sanierungder Wagenhallen im Nordbahnhofviertel haben die Stadträte am Dienstag den letzten Akt eingeleitet: die Ergänzung der Parkmöglichkeiten und die Ertüchtigung des Bereichs hinter der Bühne der Veranstaltungsstätte.

Im Ausschuss für Umwelt und Technik empfahlen sie dem Gemeinderat, in der rund 130 Pkw fassenden Tiefgarage des benachbarten Berufsschulzentrums neue Fluchtwege planen zu lassen, damit dort Wagenhallen-Besucher ihre Autos parken können – und damit sie sicher sind, wenn am Abend das Schulgebäude geschlossen ist und die derzeitigen Fluchtwege dicht sind. Zudem soll nach dem Willen der Stadträte auch die Ergänzung des sogenannten Backstage-Bereiches in dem Teil der Wagenhallen geplant werden, wo der Kulturbetrieb sitzt. Dagegen waren nur wenige Stadträte. Die Fraktionsgemeinschaft SÖS/Linke-plus lehnte die Vorhaben ab.

Weitere 2,45 Millionen Euro müssen investiert werden

Zunächst geht es um die Planungskosten: 245 000 Euro im Fall der Tiefgarage und um 75 000 Euro, was die Umbauten hinter der Bühne angeht. Im Herbst wird man aber auch über Baukosten abstimmen. In die Tiefgarage wird die Stadt bis Herbst 2021 noch einmal brutto 1,45 Millionen Euro stecken müssen, in den Backstage-Bereich im kommenden Jahr rund eine Million Euro. Damit dürfte der Aufwand für die Wagenhallen auf knapp 36 Millionen Euro steigen. 30 Millionen waren zunächst für die Sanierung kalkuliert. Dann waren 4,45 Millionen Euro Mehrkosten zu verkraften – und nun kommen die Kosten für die Ergänzung dazu.

Ist nun wenigstens das Ende der Fahnenstange erreicht? „Aus unserer Sicht kommt jetzt nichts mehr“, sagte Peter Holzer, Leiter des Hochbauamts, dem Ausschuss. Der verbleibende Aufwand sei „seriös gerechnet“, im Übrigen das ganze Vorhaben „anständig über die Bühne gegangen“. Für die Berechnung der nötigen Flächen hinter der Bühne, die sich gleich nach der Wiedereröffnung der Wagenhallen im Oktober 2018 als zu knapp erwiesen, sei der Kulturbetrieb zuständig gewesen, erklärte die Verwaltung.

Der Hochbauamtsleiter erkennt keine Kostenexplosion

Von einer Kostenexplosion könne man nicht reden, beteuerte Holzer. Das Sanierungsprojekt sei „zu Ende gerechnet“ gewesen, allerdings auch unglaublich komplex und unwägbar gewesen. Allein die Baupreise seien binnen zwei Jahren um zehn Prozent gestiegen. Dass man bei den Parkplätzen eine Lösung suchen musste, nachdem zunächst an der Wagenhalle nur rund 80 Stellplätze geschaffen worden waren und nach dem Abbau der Baustelleneinrichtung weitere 60, sei auch keine Überraschung gewesen. Holzer: „Um die Wagenhalle herum gibt es zwei Meter Gelände. Da war klar, dass da kein Parkhaus reinpasst.“ Unter dem Strich seien die Parkplätze kostengünstig.

Die SPD argwöhnte jedoch, im Berufsschulzentrum gebe es Irritationen, weil die Tiefgarage mitgenutzt werden soll. Zur Zeit der Wagenhallen-Veranstaltungen gebe es immerhin noch Unterricht des Abendgymnasiums und der Volkshochschule. Die Bauverwaltung konterte, es habe von den zuständigen Ämtern Kontakte zum Schulzentrum gegeben. Die Bürgermeisterin für Jugend und Bildung, Isabel Fezer (FDP), habe die Beschlussvorlage über die beabsichtigten Planungen mitunterschrieben.

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