Oliver Blume, Chef von VW und Porsche, sieht die Autoindustrie in der größten Restrukturierungsphase ihrer Geschichte. Für Porsche ist er trotzdem zuversichtlich.
Der Vorstandschef von VW und Porsche, Oliver Blume, rechnet damit, dass die Verhandlungen mit dem Porsche-Betriebsrat über das neuerliche Restrukturierungspaket im ersten Quartal 2026 abgeschlossen sein werden. Es komme nicht auf eine Woche oder einen Monat an, sagte der scheidende Porsche-Chef gegenüber unserer Zeitung. Wichtig sei, dass das Paket von allen getragen werde.
Die neuen Maßnahmen seien erforderlich wegen des Einbruchs des chinesischen Luxusmarkts binnen weniger Monate und der Verhängung der US-Zölle. Blume gibt zum Jahresende seine Doppelrolle bei VW und Porsche auf und konzentriert sich auf seine Funktion als Chef des VW-Konzerns, der Muttergesellschaft von Porsche.
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„Allein die fehlenden Einheiten aus China machen 25 Prozent des gesamten Porsche-Absatzes aus“, sagte Blume. Beim ersten Paket seien bereits 3900 Stellen abgebaut worden. Angaben zu den aus dem zweiten Paket geforderten Einsparungen machte er nicht. Die Autoindustrie sieht er „in der größten Umbau- und Sanierungsphase der Geschichte“.
Für den VW-Konzern seien niedrigere Kosten und eine Verringerung der Kapazitäten erforderlich. Das Ziel bei der Marke VW sei es, die Beschäftigtenzahl sozial verträglich um ein Drittel zu reduzieren. Porsche stehe nach wie vor „robust“ da. Aufgrund von Einmaleffekten werde der Sportwagenbauer 2025 lediglich eine Umsatzrendite von „Null bis zwei Prozent“ erreichen. Ohne diese Einmalaufwendungen, die bewusst alle in diesem Jahr verbucht würden, erziele Porsche aber weiterhin eine zweistellige Umsatzrendite. Daher sieht Blume auch für das kommende Jahr finanziell „einen deutlich positiven Trend“. Die historischen Renditen von Porsche seien heute aber nicht mehr zu erreichen.
Porsche zahlt künftig wieder mehr Gewerbesteuer
Für die Porsche-Standorte in der Region Stuttgart, die derzeit Sparprogramme verhandeln, stellt er für die kommenden Jahre wieder höhere Steuerzahlungen in Aussicht. Nach hohen dreistelligen Millionenzahlungen in den vergangenen Jahren werde Porsche für 2025 weniger abführen. Wenn aber wieder mehr Gewinne fließen würden, werde die Region über höhere Steuerzahlungen davon profitieren.