Die Sauberkeit von Schulen ist ein wichtiges Thema – doch auch hier wird in Stuttgart gespart. (Symbolfoto) Foto: picture alliance/dpa

Stuttgart spart – auch bei der Schulreinigung. Es geht um 600 000 Euro jährlich. Das löst an manchen Schulen große Befürchtungen aus. Was konkret geplant ist.

An vielen Stuttgarter Schulen gibt es derzeit zwei große Themen, die nichts mit Pädagogik zu tun haben: Zum einen sind da die bisher ungeklärten Einbrüche über die Weihnachtsferien. 13 Schulen sind davon betroffen. Zum anderen hat eine jüngst beschlossene Einsparmaßnahme der Stadt große Verunsicherung und jede Menge Befürchtungen ausgelöst: die Kürzung des jährlichen Reinigungsbudgets im Rahmen der Haushaltsberatungen.

 

„Eigentlich geht das nicht. Weniger Reinigung können wir kaum verkraften“, sagt eine Schulleiterin aus Stuttgart, die nicht namentlich genannt werden möchte. Besonders heikel werde es, wenn die Sparvorgabe auch für das Putzen der Toiletten gelten sollte. Die seien bekanntermaßen fast überall in einem schlechten Zustand. „Ich will mir nicht ausmalen, was das bedeuten würde“, sagt sie.

Der Stuttgarter Gemeinderat hat am 19. Dezember einen Sparhaushalt beschlossen. Foto: Lichtgut

Mit ausschlaggebend für die Verunsicherung ist auch, dass bisher öffentlich nicht so recht klar geworden ist, wie hoch die Einsparungen sein werden und wie sich der Einsparanteil im Verhältnis zur Gesamtsumme gestaltet, die fürs Putzen ausgegeben wird.

Stadt Stuttgart will bei Schulhausreinigung 600 000 Euro sparen

Da kann die Stadt Aufklärung leisten: „Das Schulverwaltungsamt behält seinen Anspruch an hohe Hygienestandards in den Schulen bei, obwohl das Reinigungsbudget für Schulen um 600 000 Euro gekürzt wurde. Auch wenn Einsparungen notwendig sind, sollen unsere Schulen natürlich weiterhin sauber bleiben“, sagt eine Sprecherin der Stadt. Das Budget für die Schulhausreinigung sinke von bisher rund 19,2 Millionen Euro auf künftig 18,6 Millionen Euro. Das entspreche einer Kürzung von 3,1 Prozent.

Auswirkungen haben wird dies gleichwohl. „Ab dem ersten Quartal 2026 soll sich der Reinigungsrhythmus ändern: Künftig werden die Schulen durchschnittlich 2,5 Mal pro Woche gereinigt“, heißt es bei der Stadt. Bisher sind die Klassenzimmer und Flure in den Schulen drei Mal wöchentlich gereinigt worden. Und: „Toiletten, Eingangsbereiche und Flure im Erdgeschoss werden weiterhin täglich gereinigt.“ Die ärgsten Befürchtungen der Schulen dürften sich also nicht bewahrheiten.

Ausgenommen von den Einsparungen sind im Übrigen die Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren. „Dies bedeutet, dass Klassenzimmer und Flure in Schulen für körperlich und geistig behinderte Kinder weiterhin täglich gereinigt werden“, sagt die Sprecherin der Stadt.

Stadt nimmt Schulgemeinschaften auch selbst in die Pflicht

Dort ist man sich bewusst, dass die Einsparungen an den Schulen nicht auf Gegenliebe stoßen. „Das Schulverwaltungsamt versichert, dass alle Schulgebäude auch weiterhin regelmäßig professionell gereinigt werden“, so die Sprecherin.

Allerdings nimmt die Stadt auch die Schulgemeinschaften selbst in die Pflicht: „Um die hohen Hygienestandards aufrechtzuerhalten, ist die Mithilfe aller Nutzenden besonders wichtig. Ein sorgsamer Umgang mit den Räumlichkeiten und Sanitäranlagen trägt entscheidend dazu bei, dass sich alle in einer sauberen Umgebung wohlfühlen können.“ Die Schulen sollen rechtzeitig über den genauen Starttermin des neuen Reinigungsrhythmus informiert werden.